Vorsichtiger Optimismus am Aktienmarkt
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die Hoffnung auf eine mögliche Trendwende an den Börsen hat gestern für steigende Kurse gesorgt. Insbesondere gute Quartalszahlen von Unternehmen sowie sinkende Anleiherenditen in den USA hellten die Stimmung auf.
Der DAX konnte sich im Sog der gestiegenen US-Börsen weiter stabilisieren und beendete den Handel mit einem Plus von 0,54 Prozent bei knapp 14.880 Punkten. Zuvor war der Index Anfang der Woche noch auf den tiefsten Stand seit März gefallen. In den USA legten der Dow Jones und der Nasdaq 100 jeweils rund 0,6 bis 0,9 Prozent zu.
Auslöser für den vorsichtigen Optimismus waren unter anderem die jüngsten Geschäftszahlen von Großkonzernen wie Coca-Cola, Microsoft und Verizon. Sie übertrafen die Erwartungen und gaben positive Ausblicke. Dies milderte Befürchtungen, dass sich die schwache Konjunktur stärker auf die Bilanzen auswirken könnte. Zudem sank die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder unter die Marke von fünf Prozent, was die Attraktivität von Aktien relativ zu Anleihen erhöhte.
Insgesamt bleibt die Lage am Aktienmarkt aber angespannt. Charttechnisch bestehe weiterhin ein Abwärtsrisiko, so Experten. Eine Fortsetzung der Erholung hänge stark von der Nachrichtenlage bezüglich des Krieges im Nahen Osten ab.
Hierzulande belastete die anhaltende Konsumflaute die Stimmung. Das Konsumklima sank im November den dritten Monat in Folge auf ein Rekordtief. Laut dem Marktforschungsinstitut GfK wird die Sparneigung durch die hohe Inflation getrieben. Auch die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland fielen durchwachsen aus und belasteten den Euro.
Dieser gab im Handelsverlauf klar nach und fiel unter 1,06 Dollar. Spekulationen auf eine Zulassung eines Bitcoin-ETFs in den USA trieben den Bitcoin-Kurs dagegen zeitweise um fast zwölf Prozent nach oben. Am Ölmarkt kam es zu einer Gegenbewegung, die Preise für Brent und WTI sanken um rund zwei Dollar je Barrel.
Bei den Einzelwerten glänzten vor allem US-Technologiekonzerne wie Microsoft, die dank Cloud-Geschäft erneut die Erwartungen übertrafen. Die Google-Mutter Alphabet enttäuschte dagegen mit verlangsamtem Wachstum in der Cloudsparte. In Deutschland punktete der Sportartikelhersteller Puma mit Quartalszahlen über den Erwartungen.
Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt derweil trotz Konjunkturabschwächung robust. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank letzte Woche um 3.000 auf 214.000, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 230.000 Anträgen gerechnet. Die US-Notenbank Fed möchte mit ihren Zinserhöhungen die weiter hohe Inflation eindämmen, zugleich aber den Arbeitsmarkt nicht zu stark belasten.
Insgesamt bleibt die Geldpolitik ein bestimmendes Thema. Anleger warten gespannt auf die EZB-Sitzung morgen und mögliche Hinweise zur weiteren Straffung. Angesichts der hohen Inflation wird eine weitere deutliche Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte erwartet. Kommende Woche steht dann der nächste Zinsentscheid der Fed an.
