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Volocopter meldet Insolvenz und sucht Investoren

Sanierung geplant, Betrieb läuft weiter, Zulassung bleibt Ziel für 2025

2 Min
Volocopter meldet Insolvenz und sucht Investoren

Der Flugtaxi-Hersteller Volocopter aus Bruchsal hat Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Antrag wurde am 26. Dezember beim Amtsgericht Karlsruhe eingereicht. Volocopter hatte zuvor auf neue Investitionen gehofft, doch eine Einigung mit Gesellschaftern und Investoren blieb aus. Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, das Unternehmen zu sanieren und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit herzustellen. Der Geschäftsbetrieb soll dabei vorerst weiterlaufen.

Der Insolvenzverwalter kündigte an, bis Ende Februar ein Sanierungskonzept vorzulegen und mit Investoren umzusetzen. Eine Finanzierung sei notwendig, um die letzten Schritte zum Markteintritt zu bewältigen. Volocopter benötigt noch eine Musterzulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), um Passagiere transportieren zu dürfen. Das Unternehmen rechnet jedoch damit, diese Zulassung im neuen Jahr zu erhalten. CEO Dirk Hoke, der Ende Februar ausscheidet, zeigte sich optimistisch, dass Volocopter im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt sei.

In der Vergangenheit hatte Volocopter mehrfach finanzielle Unterstützung gesucht. Pläne für staatliche Hilfen aus Baden-Württemberg und Bayern scheiterten jedoch. Stattdessen kamen Mittel zuletzt von Investoren. Laut Berichten war der chinesische Mischkonzern Geely an einer Übernahme interessiert, jedoch blieb das Unternehmen hierzu inhaltlich zurückhaltend. Volocopter betonte, trotz intensiver Bemühungen sei keine tragfähige Lösung gefunden worden, um den Betrieb außerhalb eines Insolvenzverfahrens fortzuführen.

Die Branche der Flugtaxis in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Bereits im Dezember hatte der Elektroflugzeugbauer Lilium Insolvenz angemeldet, konnte jedoch durch ein Investorenkonsortium gerettet werden. Volocopter hatte in der Vergangenheit mit Städten wie Rom und Osaka zusammengearbeitet und war bei den Olympischen Spielen in Paris mit Show-Flügen präsent. Regelmäßige kommerzielle Flüge stehen in Deutschland aufgrund geringerer urbaner Dichte und autarker Nahverkehrsnetze jedoch nicht im Fokus.

Volocopter verfolgt zudem Projekte wie die Zusammenarbeit mit der ADAC-Luftrettung für Rettungseinsätze. Eine Analyse des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ergab jedoch, dass die Fluggeräte in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Effizienz nicht unumstritten sind. Die Untersuchung zeigt, dass die CO2-Emissionen im Vergleich zu E-Autos höher und Reisezeiten nur unwesentlich kürzer sind.

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