ANZEIGE

Volkswagen verkauft umstrittenes Werk in Xinjiang

Menschenrechtsvorwürfe und langfristige Pläne prägen Volkswagens Strategie in China

2 Min
Volkswagen verkauft umstrittenes Werk in Xinjiang

Volkswagen hat den Verkauf seines umstrittenen Werks in der chinesischen Region Xinjiang abgeschlossen. Das Unternehmen teilte mit, dass die Fabrik sowie die dazugehörigen Teststrecken in der Provinz an die Shanghai Motor Vehicle Inspection Certification (SMVIC), eine Tochtergesellschaft der staatlichen Shanghai Lingang Development Group, veräußert wurden. Über den Kaufpreis machte Volkswagen keine Angaben. Damit hat der Konzern seine Präsenz in Xinjiang beendet, wo er jahrelang in der Kritik stand.

Das Werk in Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang, war immer wieder Ziel von Vorwürfen, die Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Uiguren-Minderheit betrafen. Es wurde berichtet, dass der chinesische Staat die Uiguren in Zwangsarbeit und Umerziehungslagern unterdrücke. Diese Anschuldigungen wurden von Menschenrechtsorganisationen und Investoren wiederholt angeprangert. Volkswagen hatte 2019 die Produktion an diesem Standort eingestellt, während die Teststrecken weiterhin genutzt wurden. Eine Untersuchung zu den Vorwürfen führte zu keinem eindeutigen Ergebnis, doch die öffentliche und internationale Kritik blieb bestehen.

Das Werk war Teil eines Joint Ventures zwischen Volkswagen und der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC), das in den 1980er-Jahren gegründet wurde. Dieses Joint Venture legte den Grundstein für Volkswagens Eintritt in den chinesischen Markt und bleibt auch nach dem Verkauf des Werks in Xinjiang ein zentraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit des Konzerns in China. Trotz des Verkaufs verlängerten Volkswagen und SAIC ihre Partnerschaft bis ins Jahr 2040 und kündigten umfangreiche Pläne für die Zukunft an.

Im Rahmen dieser erweiterten Zusammenarbeit plant Volkswagen, bis 2030 insgesamt 18 neue Modelle für den chinesischen Markt zu entwickeln, darunter acht Elektro- und Hybridfahrzeuge. Diese Modelle sollen speziell auf die Bedürfnisse des chinesischen Marktes zugeschnitten werden, von denen 15 ausschließlich dort angeboten werden. Ziel ist es, bis 2030 jährlich vier Millionen Fahrzeuge in China zu verkaufen und damit einen Marktanteil von 15 Prozent zu erreichen. Gleichzeitig sollen die Produktionskapazitäten für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schrittweise reduziert und auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen umgestellt werden.

Die Entscheidung, das Werk in Xinjiang zu verkaufen, markiert einen wichtigen Schritt für Volkswagen, um Bedenken hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen zu adressieren und die öffentliche Kritik an der Präsenz in dieser umstrittenen Region zu beenden. Gleichzeitig bekräftigt das Unternehmen sein langfristiges Engagement auf dem chinesischen Markt durch die Fortsetzung und den Ausbau der Partnerschaft mit SAIC.

VolkswagenChinaVerkauf

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer