Volkswagen steigert Absatz trotz schwieriger Märkte
Elektroautos boomen in Europa, US-Zölle belasten Audi und Porsche spürbar

Volkswagen hat im ersten Halbjahr 2025 weltweit 4,4 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit trotz geopolitischer Spannungen und rückläufiger Nachfrage in wichtigen Märkten ein leichtes Absatzplus von 1,3 Prozent erzielt. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Elektroautos, deren Verkaufszahlen konzernweit um 47 Prozent auf 465.500 Einheiten stiegen. Maßgeblich dazu beigetragen hat die hohe Nachfrage in Europa, wo Volkswagen inzwischen einen Marktanteil von 28 Prozent im Bereich der E-Mobilität erreicht hat.
In Westeuropa fährt bereits jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug rein elektrisch. Laut Vertriebsvorstand Marco Schubert konnte VW auch in Deutschland die Zahl der Elektro-Neuzulassungen deutlich steigern. Der Konzern profitiert damit von den strengeren CO₂-Vorgaben der Europäischen Union, die ab diesem Jahr gelten, auch wenn deren vollständige Umsetzung erst bis 2027 verpflichtend ist.
Im US-Markt hinterlassen die im April eingeführten Autozölle in Höhe von 27,5 Prozent deutliche Spuren. Besonders betroffen sind die Marken Audi und Porsche, die über keine eigene Produktion in den Vereinigten Staaten verfügen. Der Absatz des Konzerns in den USA ging im ersten Halbjahr um 8,5 Prozent zurück, nachdem zu Jahresbeginn noch ein Plus von 6,2 Prozent verzeichnet worden war. Die Verkäufe von Elektroautos konnten immerhin um rund 25 Prozent zulegen und den Rückgang teilweise abfedern.
Volkswagen-Chef Oliver Blume war zuletzt mehrfach in den USA, um sich für niedrigere Zölle einzusetzen. Im Gegenzug stellte er zusätzliche Investitionen in Aussicht, darunter eine mögliche Audi-Fertigung vor Ort. Audi-Chef Gernot Döllner kündigte an, dass noch in diesem Jahr über ein US-Werk entschieden werde, in dem Fahrzeuge für den Weltmarkt produziert werden könnten.
In China sank der VW-Absatz im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent auf gut 1,3 Millionen Fahrzeuge. Der Rückgang war laut Konzern im erwartbaren Rahmen. Angesichts des verschärften Wettbewerbs im Elektroautosegment hat Volkswagen zuletzt verstärkt auf den Verkauf von Verbrennerfahrzeugen gesetzt. Diese Strategie zahlte sich im Juni aus, als wieder ein Absatzplus erzielt wurde. Im zweiten Quartal verzeichnete der Konzern in China insgesamt ein Wachstum von 2,8 Prozent.
Die Kernmarke VW Pkw legte um 4,5 Prozent auf 2,3 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge zu. Die Elektroverkäufe stiegen hier um rund 14 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich die Marken Skoda und Seat/Cupra, deren E-Auto-Absätze sich jeweils mehr als verdoppelten. Audi hingegen musste ein Minus von 5,9 Prozent hinnehmen. In China brach der Audi-Absatz um rund zehn Prozent ein, der E-Auto-Absatz sank dort sogar um fast ein Viertel.
