Volkswagen setzt auf Stabilität und Innovation
180 Milliarden Euro für Elektromobilität trotz Sparprogramm

Volkswagen plant trotz eines umfangreichen Sparprogramms seine Investitionen in den nächsten fünf Jahren auf einem stabilen Niveau zu halten. Insgesamt sollen bis 2028 etwa 180 Milliarden Euro investiert werden, ein Betrag, der dem des Vorjahres entspricht und somit die Erwartungen einiger Investoren übertrifft, die mit Kürzungen im Zuge des Sparprogramms gerechnet hatten. Der Großteil dieser Investitionen soll in die Entwicklung, den Bau und die Vermarktung neuer Modelle mit Elektroantrieb fließen, um den Rückstand auf Wettbewerber aus China und den USA aufzuholen, der sich in schleppenden Absatzzahlen widerspiegelt.
Die Freigabe dieser Investitionen durch den Aufsichtsrat erfolgte allerdings nicht ohne Auflagen. So ist ein Teil der Summe an bestimmte Fortschritte beim sogenannten „Performance-Programm“ der Marke VW gebunden. Dies bedeutet, dass bei Nichterreichen der gesetzten Ziele im Rahmen des Sparprogramms das Investitionsbudget gekürzt werden könnte. Ziel des Sparpakets ist es, bis 2026 die Effizienz um zehn Milliarden Euro zu steigern und die Umsatzrendite auf 6,5 Prozent zu erhöhen, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem zuletzt erreichten Wert von 3,4 Prozent darstellt. Konzerninsider sehen diese Sparmaßnahmen als unerlässlich für das langfristige Überleben des Unternehmens an.
Die Investitionsplanung, die traditionell im November in einer Planungsrunde festgelegt wird, umfasst neben der Elektrifizierung und Digitalisierung der Flotte auch Investitionen in die Erhaltung der Verbrennertechnologie. Trotz Kritik von Investoren an dem als zu hoch empfundenen Investitionsniveau, betont Finanzchef Arno Antlitz, dass die Investitionsausgaben um das Jahr 2025 ihren Höhepunkt erreichen und danach kontinuierlich sinken sollen.
Im Rahmen des Performance-Programms forderten die Aufseher der Porsche-Familie, insbesondere Ferdinand Oliver Porsche, von VW-Markenchef Thomas Schäfer ein stärkeres Bekenntnis zum Sparprogramm und eine schnellere Umsetzung. Schäfer signalisierte daraufhin, dass die Maßnahmen seines Sparpakets zu mindestens 80 Prozent erfüllt sein werden. Ein Fünftel der geplanten Einsparungen soll dabei auf Personalkosten entfallen, vornehmlich in der Verwaltung. VW plant, durch die Ausweitung seines Altersteilzeitangebots und die Diskussion über die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten, die nicht direkt zur Produktion gehören, Kosten zu senken.
