Volkswagen prüft Verkauf weiterer Traton-Anteile
Konzern könnte 15 Prozent abgeben und rund zwei Milliarden Euro erlösen

Volkswagen erwägt offenbar, sich von weiteren Anteilen an seiner Nutzfahrzeug-Tochter Traton zu trennen. Nach Informationen des „Manager Magazins“ plant der Konzern, noch im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Aktienpaket von 15 Prozent zu veräußern. Der Wolfsburger Autobauer könnte durch diesen Schritt Einnahmen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro erzielen. Eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, doch innerhalb der Konzernspitze gebe es laut beteiligten Personen eine klare Tendenz zur Reduzierung der Beteiligung.
Traton ist die Holding für die Lkw-Marken Scania und MAN und war vor fünfeinhalb Jahren an die Börse gebracht worden. Damals verkaufte Volkswagen lediglich zehn Prozent der Anteile – weniger als ursprünglich geplant. Aktuell hält der Mutterkonzern nach Angaben von LSEG-Daten weiterhin 89,7 Prozent an Traton. Der geringe Streubesitz hat sich laut Investoren als nachteilig erwiesen und wirkt sich belastend auf den Aktienkurs aus.
Ein Sprecher von Traton wollte sich zu möglichen Plänen von Volkswagen nicht äußern. Er bestätigte jedoch, dass Investoren immer wieder den niedrigen Streubesitz als Hindernis anführen. Volkswagen selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Vorstandschef Oliver Blume hatte allerdings bereits im Mai des vergangenen Jahres angekündigt, dass der Konzern mittelfristig eine Reduzierung seiner Traton-Beteiligung auf 75 Prozent plus eine Aktie anstrebe.
Ob und wann der geplante Verkauf tatsächlich umgesetzt wird, hängt laut den Berichten auch von der Kursentwicklung der Traton-Aktie ab. Die Entscheidung werde demnach davon beeinflusst, ob sich ein für den Konzern attraktiver Erlös erzielen lässt. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Angaben dazu, welche Investoren an einem möglichen Kauf der Anteile interessiert sein könnten.
Mit der Reduzierung seiner Beteiligung würde Volkswagen einen weiteren Schritt in Richtung einer profitableren Aufstellung des Konzerns gehen. Die Nutzfahrzeugsparte spielt eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung, allerdings verfolgt das Unternehmen weiterhin das Ziel, Kapital für andere Investitionen freizusetzen. Inwieweit der Verkauf Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Traton hat, bleibt abzuwarten.
