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Volkswagen plant drastische Sparmaßnahmen und Werksschließungen

Lohnverzicht, Stellenabbau und Überkapazitäten: Konzern steht vor harten Verhandlungen

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Volkswagen plant drastische Sparmaßnahmen und Werksschließungen

Die Führung von Volkswagen hat ihre Pläne zur Restrukturierung der Kernmarke VW konkretisiert. Demnach soll durch umfangreiche Sparmaßnahmen eine Kosteneinsparung von vier Milliarden Euro erreicht werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Maßnahmen ist ein Lohnverzicht, zudem werden Szenarien zur Schließung mehrerer Werke in Deutschland diskutiert. Das Management hat bereits im September eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt und dabei die bisherige Jobgarantie aufgehoben. Neben möglichen betriebsbedingten Kündigungen zählen auch Werksschließungen zu den Optionen.

Zu den Maßnahmen, die intern als "Giftliste" bezeichnet werden, gehört eine pauschale Kürzung der Löhne um zehn Prozent, sowie Nullrunden für die Jahre 2025 und 2026. Zusätzlich könnten Bonuszahlungen in der höchsten Tarifgruppe "Tarif Plus" sowie Prämien für Mitarbeiterjubiläen gestrichen werden. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall haben bereits Widerstand angekündigt und fordern weitere Informationen vom Vorstand. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte, man wolle sich nicht an Spekulationen über die vertraulichen Gespräche beteiligen.

Am Montag sollen Informationsveranstaltungen in allen deutschen VW-Werken stattfinden, um die Mitarbeiter über den Stand der Verhandlungen zu informieren. Diese Aktionen werden vom Betriebsrat organisiert und stehen unter dem Motto "Es ist kurz vor 12". Am Mittwoch beginnt dann die nächste Runde der Tarifverhandlungen mit der IG Metall, die für die Mitarbeiter sieben Prozent mehr Lohn fordert. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich. Am selben Tag wird Volkswagen auch die Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren, die laut Analystenprognosen schwach ausfallen dürften.

Die finanzielle Lage des Unternehmens hat sich im Laufe des Jahres verschlechtert. Ende September gab der Autobauer eine Gewinnwarnung heraus und korrigierte die Prognosen für Umsatz und Rendite nach unten. Vor allem die Kernmarke VW bereitet dem Management Sorgen, da die Marge im ersten Halbjahr lediglich bei 2,3 Prozent lag. Um die Kosten zu senken, sollen die Ausgaben im indirekten Bereich bis 2026 um 20 Prozent reduziert werden. Auch die Überkapazitäten in den europäischen Werken stellen ein Problem dar.

Im Zuge der Sparmaßnahmen könnten Standorte wie Emden oder Zwickau geschlossen werden, da diese für einen Großteil der Überkapazität verantwortlich gemacht werden. Auch kleinere Werke wie Osnabrück oder die Gläserne Manufaktur in Dresden stehen zur Diskussion, wobei das Einsparpotenzial dort als gering eingestuft wird. Eine Alternative zur Schließung wäre die Reduktion der Produktionskapazitäten an allen Standorten, was jedoch ebenfalls mit Nachteilen verbunden ist.

Nicht nur Volkswagen, sondern auch andere deutsche Autobauer wie BMW, Mercedes-Benz und Stellantis haben angekündigt, ihre Kosten zu senken. Stellantis, der nach VW zweitgrößte Autokonzern in Europa, prüft sogar die Schließung einzelner Produktionsstätten oder den Verkauf ganzer Marken. In der gesamten Branche steigt der Druck, die Profitabilität zu verbessern, da hohe Fixkosten eine zunehmende Belastung darstellen.

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