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Vinted wächst mit dem Boom gebrauchter Mode

Secondhand-Handel floriert – doch Kritik an Datenschutz und Plattformfunktionen nimmt zu

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Vinted wächst mit dem Boom gebrauchter Mode

Vinted hat sich innerhalb weniger Jahre zum größten digitalen Marktplatz für Secondhand-Mode in Europa entwickelt. Das 2008 in Vilnius gegründete Unternehmen ist mittlerweile in über 20 Ländern aktiv und verzeichnet rund 28 Millionen monatlich aktive Nutzer. Der Onlinehandel mit gebrauchter Kleidung, Accessoires und Spielzeug boomt – getrieben von veränderten Konsumgewohnheiten und dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit.

Die Bilanz des Unternehmens spricht für sich: Im Jahr 2023 schrieb Vinted erstmals schwarze Zahlen, 2024 stieg der Umsatz um 36 Prozent auf 813 Millionen Euro. Zum Vergleich: Noch 2019 lag der Umsatz bei lediglich 84 Millionen Euro. Besonders stark ist Vinted in Frankreich vertreten, wo die Plattform laut dem French Fashion Institute mittlerweile mehr Umsatz generiert als Amazon, Temu oder Shein im Modesegment.

Das Geschäftsmodell von Vinted setzt auf Einfachheit: Der Verkauf ist kostenlos, während Käufer eine Schutzgebühr von 70 Cent plus fünf Prozent des Kaufpreises zahlen. Zusätzliche Einnahmen erzielt die Plattform durch kostenpflichtige Funktionen wie Anzeigehervorhebungen, Versanddienste und Werbung. Dieses Modell trifft den Nerv der Zeit. In Deutschland wuchs der Markt für Online-Secondhand-Mode im Jahr 2024 auf geschätzte 9,9 Milliarden Euro – ein Anstieg von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hinter dem Erfolg steht nicht nur ein gesellschaftlicher Wertewandel. Auch die Professionalisierung des Secondhand-Markts spielt eine Rolle. Experten betonen, dass der Übergang von Offline- zu Online-Angeboten das Sortiment erheblich erweitert habe und somit neue Käuferschichten erschlossen wurden. Secondhand ist längst nicht mehr nur ein Nischenmarkt, sondern fest in der Modebranche verankert. Selbst große Anbieter wie Zalando und About You bieten inzwischen eigene Plattformen für gebrauchte Mode an.

Doch der rasante Aufstieg bringt Herausforderungen mit sich. Der grenzüberschreitende Handel, inzwischen über Ländergrenzen hinweg möglich, führt zu Problemen wie langen Lieferwegen, Sprachbarrieren und fehlenden Filteroptionen nach Herkunftsländern. Darüber hinaus steht Vinted wegen Datenschutzmängeln in der Kritik. Nutzerdaten sollen laut Verbraucherzentrale NRW wiederholt nicht korrekt gelöscht worden sein, vereinzelt sei es zu sogenanntem „Shadow Banning“ gekommen.

Zusätzliche Bedenken wirft der Missbrauch von Nutzerfotos auf. Eine Recherche von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung enthüllte, dass sogenannte Tragebilder ohne Zustimmung der Nutzerinnen auf Telegram kursierten – teilweise in einem sexuellen Kontext.

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