VGT: Fast die Hälfte des Fonds steckt in nur vier Tech-Aktien
Der Vanguard Information Technology ETF hat den Nasdaq-100 geschlagen, ist aber stark auf Nvidia, Apple, Microsoft und Broadcom konzentriert.

Der Vanguard Information Technology ETF (VGT) gehört zu den erfolgreichsten Technologie-ETFs der vergangenen Dekade. In den zurückliegenden zehn Jahren erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 24,7 Prozent und übertraf damit den Nasdaq-100-Index. Doch wer den ETF als breite Wette auf den Technologiesektor versteht, könnte überrascht sein: Das Portfolio ist ungewöhnlich konzentriert.
Nach Angaben von Motley Fool entfallen rund 49 Prozent des Fondsvermögens auf nur vier Unternehmen. Nvidia, Apple, Microsoft und Broadcom zählen zu den fünf größten Positionen des VGT und machen zusammen fast die Hälfte des verwalteten Vermögens aus. Für Anleger bedeutet das: Wer VGT hält, ist in erheblichem Maße von der Entwicklung dieser vier Konzerne abhängig.
Auffällig ist zudem, dass der Fonds bestimmte bekannte Technologieunternehmen gar nicht hält. Der Grund liegt in der Sektorklassifizierung: Diese Unternehmen sind einer anderen Sektorklasse zugeordnet und fallen damit nicht in das Anlageuniversum des VGT. Der ETF bildet also nicht "den Technologiesektor" im umgangssprachlichen Sinne ab, sondern folgt einer formalen Indexabgrenzung.
Die Details
Die zentrale Zahl des aktuellen Berichts ist die Zehnjahresrendite von 24,7 Prozent pro Jahr. Damit liegt der VGT vor dem Nasdaq-100, dem wichtigsten Technologie-Benchmark der USA. Der Fonds ist damit kein Nischenprodukt, sondern ein Schwergewicht unter den sektorspezifischen ETFs.
Die Konzentration auf vier Titel ist der zweite Kernpunkt. Nvidia, Apple, Microsoft und Broadcom stehen für etwa 49 Prozent des Fondsvermögens. Das ist ein Wert, der klassischen Diversifikationsregeln widerspricht. Ein Portfolio, das zur Hälfte von vier Aktien abhängt, reagiert empfindlich auf unternehmensspezifische Nachrichten – etwa Quartalszahlen, Produktzyklen oder regulatorische Entscheidungen.
Hinzu kommt die Besonderheit der Indexzusammensetzung. Weil einige bekannte Technologiekonzerne einer anderen Sektorklasse zugeordnet sind, fehlen sie im VGT vollständig. Anleger, die eine möglichst vollständige Abbildung des Technologiesektors erwarten, sollten diese Lücke kennen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 16.08.2026 berichtete aktien.news, dass der VGT in den vergangenen zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 25 Prozent erzielte und damit den Invesco QQQ schlug, der im gleichen Zeitraum auf 20,8 Prozent pro Jahr kam. Über einen Zeitraum von 20 Jahren lag der VGT dem Bericht zufolge bei 21 Prozent jährlich, der QQQ bei 19,5 Prozent. Schon damals wurde die Kostenquote von 0,09 Prozent als Wettbewerbsvorteil hervorgehoben.
Am 22.08.2026 folgte ein Bericht, der die KI-Renditechance in den Mittelpunkt stellte. Darin hieß es, der VGT habe im vergangenen Jahrzehnt eine annualisierte Rendite von 24 Prozent erzielt. Sollte dieses Tempo anhalten, könnte der Kurs von damals rund 120 Dollar pro Anteil auf mehr als 1.000 Dollar steigen. Der Bericht verwies auf die starke Gewichtung auf KI-Halbleiterriesen wie Nvidia und Broadcom. Zudem wurde die Gründung im Jahr 2004 erwähnt, mit einer annualisierten Rendite von 14,6 Prozent seit Auflegung. Für Ein-, Drei- und Fünfjahreszeiträume lagen die annualisierten Renditen dem Bericht zufolge zwischen 17,8 und 31,7 Prozent.
Am 04.10.2026 beleuchtete aktien.news die Ausschüttungsseite des Fonds. Der VGT sei noch nie ein Einkommensgenerator gewesen; nur ein sehr geringer Anteil der Gesamtrendite stamme aus Dividenden. Die Ertragsrate liege derzeit bei 0,33 Prozent. Wer monatlich 500 Dollar an Dividenden beziehen wolle, also 6.000 Dollar jährlich, müsste rund 1,82 Millionen Dollar investieren.
Am 10.10.2026 folgte eine Einordnung, ob der VGT noch der beste Tech-ETF sei. Dem Bericht zufolge hat der Fonds im vergangenen Jahrzehnt das eingesetzte Kapital seiner Anleger mehr als verneunfacht. Die Gesamtkostenquote von lediglich 0,09 Prozent entspreche nur der Hälfte der Gebühren vergleichbarer Konkurrenz-ETFs.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die den VGT über ihre Depotbank oder einen Broker halten, sind drei Punkte relevant. Erstens: Die Konzentration von rund 49 Prozent auf vier Titel relativiert die Vorstellung von breiter Streuung. Ein sektorspezifischer ETF ist per Definition eine Wette auf einen Sektor – hier kommt eine Wette auf wenige Einzelunternehmen hinzu.
Zweitens: Die Kostenquote von 0,09 Prozent bleibt ein Argument, das in früheren Berichten mehrfach betont wurde. Bei langen Anlagehorizonten wirkt sich ein solcher Kostenvorteil kumulativ aus.
Drittens: Die niedrige Ertragsrate von 0,33 Prozent macht deutlich, dass der VGT kein Instrument für regelmäßige Ausschüttungen ist. Anleger, die auf laufende Erträge angewiesen sind, müssten nach früheren Berechnungen ein sehr großes Kapital einsetzen.
Wichtig ist die Einordnung: Die genannten Renditen sind Vergangenheitswerte und keine Zusage für die Zukunft. Wer den VGT im Portfolio hält oder ergänzen möchte, sollte die Klumpenrisiken kennen und selbst prüfen, ob sie zum eigenen Risikoprofil passen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der aktuelle Bericht nennt keine konkreten Termine, Produktänderungen oder Prognosen. Die einzige zukunftsgerichtete Aussage findet sich in einem früheren Bericht: Am 22.08.2026 hieß es, sollte das damalige Renditetempo anhalten, könnte der Kurs von rund 120 Dollar pro Anteil auf mehr als 1.000 Dollar steigen. Diese Aussage war ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass sich die Entwicklung fortsetzt.
Beobachten sollten Anleger die Gewichtung der größten Positionen. Verändert sich die Zusammensetzung des Fonds oder die Zuordnung einzelner Unternehmen zu Sektorklassen, kann sich auch das Risikoprofil des VGT verschieben. Der nächste reguläre Berichtszeitraum des Fonds dürfte Aufschluss über die aktuelle Gewichtung geben.
Kurz erklärt
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet und dessen Anteile wie Aktien gehandelt werden.
- Sektorklasse: Eine formale Einteilung von Unternehmen nach Geschäftsfeld, die bestimmt, welchem Branchenindex ein Titel zugeordnet wird.
- Kostenquote: Die laufenden jährlichen Kosten eines Fonds, ausgedrückt als Prozentsatz des angelegten Vermögens.
