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Verdi wehrt sich gegen Unicredit-Übernahme der Commerzbank

Die Gewerkschaft fürchtet Stellenabbau und Machtverlagerung nach Mailand wie bei der HVB

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Verdi wehrt sich gegen Unicredit-Übernahme der Commerzbank

Die Gewerkschaft Verdi hat sich klar gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit positioniert. Stefan Wittmann, Verdi-Gewerkschaftssekretär und Aufsichtsrat der Commerzbank, äußerte in einem Interview am Mittwoch deutlichen Widerstand und kündigte an, „mit allen Mitteln“ gegen einen solchen Schritt zu kämpfen. Dabei verwies er auf die Erfahrungen mit der Hypo-Vereinsbank (HVB), die im Jahr 2005 von Unicredit übernommen wurde. Seither hat die HVB zahlreiche Filialen geschlossen, und die Zahl der Beschäftigten sank von 26.000 im Jahr 2005 auf knapp 10.000 Ende 2023. Viele der ehemals in München ansässigen Kompetenzen seien nach Mailand verlagert worden, sodass kaum noch Entscheidungen vor Ort getroffen würden.

Wittmann sieht in der Situation der HVB ein warnendes Beispiel für die Zukunft der Commerzbank im Falle einer Übernahme durch Unicredit. Während die HVB früher eine bedeutende deutsche Bank gewesen sei, habe sie nach der Übernahme stark an Eigenständigkeit und Bedeutung verloren. Er fürchtet, dass es bei der Commerzbank zu einem ähnlichen Szenario kommen könnte, insbesondere hinsichtlich des Verlusts von Arbeitsplätzen und der Verlagerung von Kompetenzen ins Ausland. Er betonte, dass die Commerzbank aktuell auf einer soliden Grundlage stehe und keine Übernahme benötige. Eine mögliche Fusion käme für Verdi nur in Betracht, wenn sie „auf Augenhöhe“ erfolge, mit einer weitgehenden Selbstständigkeit der Commerzbank in Deutschland. Unicredit sei für ein solches Modell jedoch nicht bekannt, so Wittmann weiter.

Am Mittwoch hatte Unicredit bekannt gegeben, dass sie einen Anteil von neun Prozent an der Commerzbank erworben habe und Gespräche mit dem deutschen Geldhaus aufnehmen wolle. Dies wird von vielen Marktbeobachtern als erster Schritt in Richtung einer möglichen Übernahme gewertet. Die Anteile kaufte Unicredit zum Teil vom deutschen Staat, der angekündigt hatte, seine Beteiligung an der Commerzbank reduzieren zu wollen. Dennoch bleibt der Bund mit zwölf Prozent der Anteile weiterhin der größte Einzelaktionär der Bank. Diese Position verleiht ihm eine zentrale Rolle bei der Entscheidung über die Zukunft der Commerzbank.

Verdi erwartet, dass der Bund seine industriepolitische Verantwortung wahrnimmt und eine Übernahme durch Unicredit verhindert. Die Gewerkschaft sieht in der Commerzbank und der Deutschen Bank zwei zentrale Akteure für die Unterstützung des deutschen Mittelstands, besonders bei Auslandsgeschäften. Entscheidungen, die diese Institutionen betreffen, sollten daher nicht außerhalb Deutschlands getroffen werden, so Wittmann. Die Gewerkschaft hat traditionell großen Einfluss auf die Commerzbank, was sich bereits 2019 bei der Verhinderung einer Fusion mit der Deutschen Bank gezeigt hatte.

BankensektorCommerzbankUniCreditÜbernahmever.di

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