VanEck Semiconductor ETF: Warum SMH 2026 die erste ETF-Wahl ist
Der VanEck Semiconductor ETF bündelt führende Chip-Aktien und gilt als direkter Zugang zum anhaltenden KI-Boom.

Bei Exchange Traded Funds (ETFs) zählen Indexfonds, die den S&P 500 und den Nasdaq-100 abbilden, zu den beliebtesten Instrumenten. Der Invesco QQQ Trust, der den Nasdaq-100 nachbildet, ist seit Langem ein Top-Performer. Wer jedoch nach einem einzelnen ETF sucht, um vom anhaltenden KI-Boom zu profitieren, könnte beim VanEck Semiconductor ETF (NASDAQ: SMH) fündig werden.
Der Autor einer aktuellen Analyse des US-Finanzportals Motley Fool macht deutlich, dass er dem KI-Boom noch viel Raum zum Wachsen zutraut. Sollte er in diesem Jahr nur ein einziges ETF-Produkt in sein Portfolio aufnehmen, würde seine Wahl auf den VanEck Semiconductor ETF fallen. Begründet wird dies mit der Struktur des Fonds und den Wachstumsaussichten seiner wichtigsten Beteiligungen.
Der VanEck Semiconductor ETF verfolgt die führenden in den USA notierten Chip-Aktien und nutzt den MVIS U.S. Listed Semiconductor 25 Index als Benchmark. Damit unterscheidet er sich grundlegend von breiten Technologie-Indizes, die den gesamten Markt abbilden. Der Fonds konzentriert sich bewusst auf die Halbleiterbranche – jenen Sektor, der als Rückgrat der KI-Infrastruktur gilt.
Die Details
Zu den fünf größten Positionen des Fonds gehören Nvidia, Taiwan Semiconductor Manufacturing, Advanced Micro Devices, Broadcom und Intel. Diese Aktien machen zusammen etwa 45 Prozent des Fonds aus. Besonders stark gewichtet sind dabei Nvidia mit 19 Prozent und TSMC mit weiteren 9 Prozent.
Im Vergleich zum iShares Semiconductor ETF, einer alternativen Chip-ETF-Lösung, ist der VanEck Semiconductor ETF stärker in diesen beiden Top-Wertpapieren konzentriert. Genau diese Konzentration erklärt laut der Analyse, warum der VanEck-Fonds seine Konkurrenz übertrifft. Beide ETFs haben im vergangenen Jahrzehnt phänomenale Ergebnisse geliefert und den Markt übertroffen – und das bereits, bevor der KI-Boom ihre Gewinne weiter beschleunigte.
Der SMH ETF ist derzeit nicht günstig und notiert bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41. Betrachtet man jedoch die Wachstumsraten seiner wichtigsten Holdings, erscheint diese Bewertung als gerechtfertigt. Für Nvidia wird erwartet, dass der Umsatz im laufenden Quartal um 91 Prozent und im Jahr 2027 um 65 Prozent wächst.
TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiter, strebt laut Analystenkonsens in diesem Quartal ein Wachstum von 47 Prozent und nächstes Jahr von 35 Prozent an. Weitere wichtige Positionen, darunter Speicherchip-Hersteller wie Micron und SK Hynix, verzeichnen sogar noch schnellere Wachstumsraten. Einige Aktien wie Intel sollen profitieren, wenn sie ihr neues 14A-Prozessverfahren einsetzen und ihr Foundry-Geschäft ausbauen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Der VanEck Semiconductor ETF zählt seit Jahren zu den meistbeachteten Halbleiter-Investments weltweit. Bereits am 05.08.2026 berichtete aktien.news, dass der Fonds mit einer Rendite von +101,4 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten und einem Plus von +56,7 Prozent seit Jahresbeginn eine beeindruckende Kursentwicklung hingelegt hatte. Dennoch notierte der ETF damals bei 577,91 US-Dollar – und damit rund 14 Prozent unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 671,83 US-Dollar. Das Niveau von 671,83 US-Dollar galt damit als das wichtigste technische Kursziel für den Fonds.
Schon am 22.05.2026 hatte aktien.news darauf hingewiesen, dass der Halbleitersektor seit drei Jahren zu den stärksten Wachstumsbereichen an den globalen Aktienmärkten zählt. Der VanEck Semiconductor ETF erzielte in diesem Zeitraum eine Rendite von 327 Prozent und vervierfachte damit den Zuwachs des breiten US-Leitindex S&P 500 nahezu. Branchenexperten erwarteten damals, dass die weltweiten Chip-Umsätze im Jahr 2026 um 26 Prozent steigen.
Auch andere Technologie-ETFs stehen im Fokus deutscher Anleger. Am 22.08.2026 berichtete aktien.news über den Vanguard Information Technology ETF (VGT), der im vergangenen Jahrzehnt eine annualisierte Rendite von 24 Prozent erzielte und stark auf KI-Halbleiterriesen wie Nvidia und Broadcom gewichtet ist. Bereits am 19.06.2026 zeigte eine Analyse zum Invesco QQQ Trust, dass aus 10.000 Dollar, die im Juni 2016 investiert wurden, heute rund 74.000 Dollar geworden sind – eine Gesamtrendite von 642 Prozent.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die an der Entwicklung der Chipbranche partizipieren möchten, ist der SMH ein hochkonzentriertes Instrument. Die starke Gewichtung auf Nvidia und TSMC bedeutet einerseits ein überdurchschnittliches Renditepotenzial, andererseits aber auch ein erhöhtes Risiko bei Rückschlägen einzelner Titel. Wer breiter streuen will, könnte auf Alternativen wie den iShares Semiconductor ETF oder den Vanguard Information Technology ETF zurückgreifen.
Obwohl sich der Markt auf einem Allzeithoch befindet, gibt es zahlreiche Warnsignale bezüglich eines möglichen Korrekturniveaus. Anleger sollten daher die Bewertung des Fonds im Blick behalten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41 liegt deutlich über dem breiten Marktdurchschnitt und spiegelt die hohen Wachstumserwartungen wider. Diese Erwartungen müssen von den Unternehmen erst noch erfüllt werden.
Ausblick
Trotz der Warnsignale scheint dem KI-Boom nach Einschätzung der Analyse noch erhebliches Potenzial zu bleiben. Als Treiber wird insbesondere der positive Empfang genannt, den Metas KI-Personalassistent „Muse" erfahren hat. Dieser könnte einen weiteren Zyklus der Chip-Nachfrage antreiben. Tatsächlich stiegen CPU-Aktien wie Intel und AMD als Reaktion auf das starke Debüt von Muse.
Angesichts des Wachstums seiner wichtigsten Holdings verfügt der SMH laut der Analyse immer noch über beträchtliches Aufwärtspotenzial. Für Anleger, die nach einem hochwachsenden ETF suchen, wird der Fonds als hervorragende Wahl beschrieben. Entscheidend bleibt, ob die prognostizierten Umsatzsteigerungen bei Nvidia, TSMC und den Speicherchip-Herstellern tatsächlich eintreten.
Kurz erklärt
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet und wie eine Aktie gehandelt wird.
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt.
- Foundry: Ein Auftragsfertiger, der Halbleiter im Auftrag anderer Unternehmen produziert.
- Benchmark: Der Referenzindex, an dem ein Fonds seine Zusammensetzung und Entwicklung ausrichtet.
