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Usbekistan plant steuerfreies Finanzzentrum und lockt internationale Investoren

Präsident Mirziyoyev kündigt auf dem Taschkenter Investitionsforum ein internationales Finanzzentrum mit Nullsteuern und freiem Kapitalverkehr an.

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Usbekistan plant steuerfreies Finanzzentrum und lockt internationale Investoren

Usbekistans Präsident Schawkat Mirziyoyev hat auf dem jährlichen Tashkent International Investment Forum weitreichende Reformen angekündigt. Im Mittelpunkt steht die Gründung des Tashkent International Financial Center – einer steuer- und zollfreien Zone, die auf Basis des englischen Common Law betrieben werden soll. Das Vorhaben soll ausländische Investoren gezielt anziehen und das zentralasiatische Land als Finanzstandort etablieren.

„Wir sind stets offen für Investoren, die an einer Zusammenarbeit mit Usbekistan interessiert sind, und bereit für eine gleichberechtigte und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft", sagte Mirziyoyev in seiner Eröffnungsrede. Die Botschaft richtet sich klar an internationale Kapitalgeber, die bislang Abstand von der Region gehalten haben.

Nullsteuern und freier Kapitalverkehr als Kernversprechen

Die geplanten Konditionen des Finanzzentrums sind bemerkenswert großzügig. Mirziyoyev erklärte: „Gewinnsteuer, Mehrwertsteuer, Grundsteuer und Zollgebühren werden auf null Prozent festgesetzt. Der freie Kapitalverkehr und die Möglichkeit, Zahlungen in jeder beliebigen Währung zu tätigen, werden bedingungslos garantiert." Damit positioniert sich Taschkent als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Finanzzentren in der Region.

Darüber hinaus soll im Finanzzentrum ein modernes System für Finanztechnologien, digitale Vermögenswerte und Green Finance entstehen. Eine unabhängige Finanzaufsichtsbehörde mit der Befugnis zum Erlass von Regulierungsdokumenten soll die Glaubwürdigkeit des neuen Standorts sichern. Diese Kombination aus steuerlichen Anreizen und regulatorischer Eigenständigkeit erinnert an Modelle wie das Dubai International Financial Centre oder den Astana International Financial Centre in Kasachstan.

Starkes Wirtschaftswachstum und Goldreserven als Rückenwind

Usbekistan ist das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens mit fast 40 Millionen Einwohnern. Im Jahr 2025 verzeichnete die Volkswirtschaft ein Wachstum von 7,7 Prozent – ein beeindruckender Wert im globalen Vergleich. Getragen wurde dieses Wachstum sowohl von der jungen, wachsenden Bevölkerung als auch von den hohen Goldpreisen, denn Usbekistan zählt zu den bedeutenden Goldproduzenten weltweit.

Im Mai wurde zudem ein Paket von Minderheitsbeteiligungen an usbekischen Staatsunternehmen an der Londoner Börse platziert – der größte Börsengang des Landes seit 2021. Dieser Schritt signalisiert, dass Taschkent den Anschluss an internationale Kapitalmärkte aktiv sucht und bereit ist, staatliche Unternehmen für ausländische Investoren zu öffnen.

Reformkurs seit 2016 – mit politischen Grenzen

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 hat Mirziyoyev die Kapitalverkehrskontrollen schrittweise abgebaut. Diese hatten das Wirtschaftswachstum unter seinem Vorgänger Islam Karimow erheblich gehemmt. Die wirtschaftliche Öffnung ist damit ein bewusstes Gegensteuern zur früheren Abschottungspolitik.

Allerdings bleibt die politische Kontrolle im Land weiterhin fest in den Händen des Präsidenten. Wirtschaftliche Liberalisierung und politischer Pluralismus entwickeln sich in Usbekistan also nicht im Gleichschritt – ein Muster, das auch aus anderen zentralasiatischen Staaten bekannt ist. Für internationale Investoren bleibt dies ein Faktor, den sie bei ihrer Risikoabwägung berücksichtigen müssen.

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