USA und Japan planen 13-Milliarden-Dollar-Displayfabrik mit Japan Display
Washington und Tokio wollen gemeinsam die US-Displayfertigung stärken – als Teil eines 550-Milliarden-Dollar-Investitionspakets.

Die USA und Japan planen den Bau einer Display-Fabrik auf amerikanischem Boden in Partnerschaft mit Japan Display (JDI). Das Vorhaben ist Teil eines geplanten japanischen Investitionspakets im Umfang von 550 Milliarden US-Dollar und wird auf rund 13 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Nikkei Asia am Montag unter Berufung auf informierte Kreise.
Hintergrund des Projekts ist Washingtons wachsende Besorgnis über die Abhängigkeit von China bei Display-Technologien, die in militärischen Systemen eingesetzt werden. Chinesische Hersteller dominieren den globalen Markt zunehmend: Laut der Marktforschungsfirma Counterpoint wird Chinas Anteil an der weltweiten Display-Kapazität von 68 Prozent im Jahr 2023 auf voraussichtlich 75 Prozent im Jahr 2028 steigen. Gleichzeitig hat der aggressive Preiswettbewerb die meisten japanischen Hersteller aus dem Markt gedrängt.
Die Aktie von Japan Display reagierte am Montag mit einem spektakulären Kurssprung von 80 Prozent auf die Meldung. Das seit über einem Jahrzehnt defizitäre Unternehmen erreichte damit eine Marktbewertung von rund 190 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. JDI selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.
Hintergrund: Japan Displays langer Niedergang
Japan Display wurde 2012 durch eine staatlich geförderte Fusion der Display-Sparten von Sony, Toshiba und Hitachi gegründet. Das Unternehmen war einst Hauptlieferant für die LCD-Bildschirme der iPhones von Apple. Apples Umstellung auf OLED-Displays in Kombination mit dem chinesischen Preisdruck hat JDI jedoch seit mehr als zehn Jahren in die Verlustzone gezwungen.
Die japanische Regierung hatte über 460 Milliarden Yen in das Unternehmen investiert, zog sich jedoch im vergangenen Jahr zurück und verbuchte dabei einen Verlust von rund einem Drittel ihrer Investition. Derzeit konsolidiert JDI seine inländischen Werke und fokussiert sich auf Automobil-Displays. Gleichzeitig stellt das Unternehmen die Produktion von OLED-Panels für die Apple Watch ein.
Neben dem Display-Projekt verhandeln die USA und Japan laut Insidern auch über die Aufnahme eines Nuklearkraftwerk-Projekts unter Beteiligung von Westinghouse in das Investitionspaket. Dieses soll Teil der japanischen Investitionszusagen im Rahmen des laufenden US-Zolltarifabkommens werden. Das Gesamtpaket unterstreicht den strategischen Charakter der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder.
