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USA und China vereinbaren Zollsenkungen für 60 Milliarden Dollar

Nach dem Gipfeltreffen in Washington einigen sich beide Länder auf gegenseitige Zollerleichterungen im Umfang von je 30 Milliarden Dollar.

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USA und China vereinbaren Zollsenkungen für 60 Milliarden Dollar

Nach dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Washington haben beide Länder eine deutliche Entspannung im Handelskonflikt signalisiert. Wie Regierungsvertreter beider Seiten am Montag mitteilten, haben sich die USA und China auf eine Senkung der Zölle auf Waren im Gesamtwert von 60 Milliarden US-Dollar geeinigt – jeweils 30 Milliarden Dollar pro Seite.

Die Einigung folgt auf eine Phase erheblicher handelspolitischer Spannungen: Im vergangenen Jahr hatten beide Nationen Zölle von über 40 Prozent (USA) beziehungsweise über 30 Prozent (China) gegeneinander verhängt. Die jetzige Vereinbarung markiert damit einen spürbaren Kurswechsel in einem der größten Handelskonflikte der vergangenen Jahre.

Die konkreten Listen der betroffenen Güter unterscheiden sich jedoch deutlich. Während die USA vor allem Importe wie Spielzeug, Sportgeräte und Weihnachtsdekorationen begünstigen, konzentriert sich China auf US-Agrarprodukte. Laut Angaben des Weißen Hauses umfasst die chinesische Liste unter anderem Fleisch, Meeresfrüchte, Kohle, Holz und medizinische Ausrüstung. Zudem profitieren laut Marktbeobachtern Kategorien wie Haarpflegeprodukte und abgepacktes Tierfutter.

Jeder Prozentpunkt zählt für die Marge

Experten betonen die Bedeutung bereits kleiner Zollsenkungen für die Wettbewerbsfähigkeit. Cooke, dessen Unternehmen US-Marken beim Markteintritt in China unterstützt, hob hervor, dass jeder Prozentpunkt bei den Zöllen entscheidend für die Preiskonkurrenz und die Gewinnmargen sei. Auch chinesische Unternehmen erwarten positive Impulse: Ryan Zhao, Direktor von Jiangsu Green Willow Textile, prognostiziert bei einer Umsetzung der Zollsenkungen ein Umsatzwachstum von 30 Prozent für die zweite Jahreshälfte.

Washington verfolgt mit diesem Schritt das Ziel, das massive Handelsbilanzdefizit gegenüber Peking schrittweise zu reduzieren. Dieses lag im vergangenen Jahr bei über 202 Milliarden US-Dollar. Trotz der Einigung bleibt jedoch unklar, ab wann die neuen Zollsätze in Kraft treten und in welcher Höhe die Reduzierungen genau ausfallen werden. Diese Unsicherheit dürfte für Marktteilnehmer in beiden Ländern vorerst bestehen bleiben.

Im Rahmen des Gipfels wurde zudem die Gründung eines „Board of Trade" vereinbart, das aus Regierungsvertretern beider Länder besteht und mindestens vierteljährlich tagen soll. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte zudem, dass die bereits im vergangenen Herbst vereinbarte Waffenruhe im Handelsstreit bis Januar verlängert wurde.

Welche Waren konkret betroffen sind

Zu den spezifisch genannten Waren, die von den Erleichterungen profitieren sollen, zählen unter anderem:

  • Decken und verschiedene Sportbälle sowie bestimmte Schläger
  • Zuchttiere wie Rinder, Schweine und Geflügel
  • Agrarprodukte, Fleisch, Meeresfrüchte, Kohle und Holz
  • Medizinische Ausrüstung sowie Haarpflegeprodukte und abgepacktes Tierfutter
  • Spielzeug, Sportgeräte und Weihnachtsdekorationen (US-Liste)

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil die USA und China zu den wichtigsten Handelspartnern der exportorientierten deutschen Wirtschaft zählen. Eine Entspannung im transatlantisch-asiatischen Handelsgefüge könnte indirekt auch die Stimmung an den europäischen Märkten stützen. Ob und wann die angekündigten Zollsenkungen tatsächlich umgesetzt werden, bleibt allerdings abzuwarten – konkrete Zeitpläne und Prozentsätze wurden bislang nicht genannt.

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