USA investieren mehr als Europa in kritische Rohstoffe außerhalb Chinas
Washington gibt rund 46 Milliarden US-Dollar aus – Europa droht weiterhin Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen kritischer Mineralien.

Die Vereinigten Staaten bauen ihren Vorsprung gegenüber Europa im globalen Wettlauf um kritische Mineralien weiter aus. Wie das Wall Street Journal am späten Donnerstag berichtete, investiert Washington deutlich mehr in die Sicherung dieser strategisch wichtigen Rohstoffe außerhalb Chinas als europäische Staaten.
Konkret hat die US-Regierung rund 46 Milliarden US-Dollar – umgerechnet etwa 64,5 Milliarden kanadische Dollar – für die Beschaffung und Sicherung kritischer Mineralien aufgewendet. Europa hinkt bei diesen Investitionen spürbar hinterher, was Experten und Industrievertreter zunehmend besorgt.
Europas Abhängigkeit von China bleibt ein Risiko
Die Sorge ist konkret: Europäische Hersteller könnten langfristig von chinesischen Lieferungen abhängig bleiben, wenn die Investitionslücke gegenüber den USA nicht geschlossen wird. Kritische Mineralien wie Lithium, Kobalt, Nickel oder seltene Erden sind unverzichtbare Grundstoffe für die Produktion von Elektrofahrzeugen, Batterien, Halbleitern und anderen Schlüsseltechnologien.
China dominiert derzeit sowohl die Förderung als auch die Verarbeitung vieler dieser Rohstoffe weltweit. Westliche Länder bemühen sich seit Jahren, alternative Lieferketten aufzubauen, um diese strategische Abhängigkeit zu reduzieren. Die USA scheinen dabei entschlossener und finanziell stärker aufgestellt zu sein als ihre europäischen Partner.
Strategische Bedeutung für die Industrie
Für deutsche und europäische Unternehmen – insbesondere aus der Automobil-, Chemie- und Elektronikindustrie – hat die Frage der Rohstoffversorgung eine existenzielle Dimension. Deutschland als exportorientierte Industrienation ist in besonderem Maße auf stabile und diversifizierte Lieferketten angewiesen.
Die Investitionslücke zwischen den USA und Europa verdeutlicht, dass der transatlantische Wettbewerb um Ressourcensicherheit nicht nur geopolitischer Natur ist, sondern auch direkte wirtschaftliche Konsequenzen für europäische Produzenten haben kann. Wer die Rohstoffversorgung sichert, sichert auch die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie für die kommenden Jahrzehnte.
Die Berichterstattung des Wall Street Journals unterstreicht, dass das Thema kritische Mineralien auf der geopolitischen Agenda der westlichen Welt ganz oben steht – und dass Europa im Vergleich zu den USA bislang weniger entschlossen handelt.
