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Malaysia prüft Lynas-Pentagon-Vertrag über Seltene Erden

Ein parlamentarischer Ausschuss untersucht, ob der 96-Millionen-Dollar-Deal Malaysias Unterstützung für Palästina gefährdet.

• 2 Min
Malaysia prüft Lynas-Pentagon-Vertrag über Seltene Erden

Malaysia überprüft den 96-Millionen-Dollar-Liefervertrag des australischen Unternehmens Lynas Rare Earths (ASX: LYC) mit dem US-Verteidigungsministerium. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Geschäft mit dem Pentagon die außenpolitische Haltung Malaysias gegenüber Palästina und die künftige Seltenerd-Politik des Landes beeinträchtigen könnte.

Der parlamentarische Sonderausschuss für internationale Beziehungen und internationalen Handel, geleitet vom Abgeordneten Wong Chen, trat am 16. Juli zusammen, um die Rolle von Lynas in der US-Verteidigungslieferkette zu untersuchen. Der Ausschuss hörte dabei Regierungsvertreter, Nichtregierungsorganisationen sowie Führungskräfte von Lynas an. Das Ergebnis: Die Regierung soll innerhalb von zwei Wochen eine offizielle Stellungnahme abgeben.

„Der Ausschuss hat dieses Verfahren eingeleitet, um die Auswirkungen des Lieferabkommens zu untersuchen und zu bewerten, da dieses potenziell den Ruf Malaysias als standhafter Unterstützer Palästinas beeinträchtigen könnte", erklärte der Ausschuss in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme.

Zivilgesellschaft und Greenpeace üben Druck aus

Die parlamentarische Überprüfung folgt auf wachsenden innenpolitischen Druck. Mehr als 20 malaysische zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Greenpeace Malaysia, forderten eine stärkere Aufsicht über die Seltenerd-Lieferkette des Landes. Ihr zentrales Argument: Das Abkommen unterstütze indirekt das US-Militär, welches wiederum Israel in seinem Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen beisteht.

Das muslimisch geprägte Malaysia unterstützt seit Jahrzehnten die palästinensische Sache und unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Dieser außenpolitische Kurs verleiht der Debatte um den vierjährigen Pentagon-Vertrag von Lynas eine besondere innenpolitische Brisanz.

Der Ausschuss empfahl der Regierung zudem, eine klarere Auslandsinvestitionspolitik zu entwickeln, um Malaysias nationale Interessen und Souveränität zu schützen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die malaysische Seltenerd-Politik zu gestalten, während das Land nach Investitionen sucht, um seine heimische Industrie auszubauen.

Lynas: Weltgrößter Seltenerd-Produzent außerhalb Chinas

Lynas Rare Earths ist der weltweit größte Produzent seltener Erden außerhalb Chinas und betreibt in Malaysia die weltweit größten Verarbeitungsanlagen für seltene Erden. Das Unternehmen nimmt damit eine strategisch bedeutsame Stellung in der globalen Lieferkette ein – einem Sektor, der für Hochtechnologie, Rüstung und die Energiewende von entscheidender Bedeutung ist.

Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die in zahlreichen Hightech-Produkten unverzichtbar sind – von Elektromotoren über Windkraftanlagen bis hin zu militärischen Leitsystemen. China dominiert die globale Produktion und Verarbeitung, weshalb westliche Länder wie die USA intensiv nach alternativen Lieferquellen suchen. Lynas gilt dabei als einer der wichtigsten strategischen Partner außerhalb Chinas.

Auf Anfragen für eine Stellungnahme reagierte Lynas zunächst nicht. Wie die malaysische Regierung auf die Empfehlungen des Ausschusses reagieren wird, bleibt abzuwarten – die gesetzte Frist von zwei Wochen dürfte die Debatte jedoch weiter befeuern.

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