US-Verbrauchervertrauen fällt auf tiefsten Stand seit April 2014
Der Verbraucherindex sinkt im September auf 81,9 Punkte – der Erwartungsindex liegt deutlich unter der Warnschwelle.

Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im September spürbar verschlechtert. Der von The Conference Board erhobene Verbraucherindex fiel auf 81,9 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit April 2014. Für Anleger, Ökonomen und die US-Notenbank ist das ein wichtiges Signal, denn die Stimmung der privaten Haushalte gilt als Frühindikator für die Konsum- und Wirtschaftsdynamik der weltgrößten Volkswirtschaft.
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Erwartungsindex, der die Einschätzung der Verbraucher für die kommenden sechs Monate abbildet. Er sank auf 63,6 Punkte und liegt damit klar unter der Marke von 80 Punkten, die gemeinhin als Warnsignal für ein erhöhtes Rezessionsrisiko gilt. Die befragten Haushalte blicken demnach ausgesprochen skeptisch auf das kommende halbe Jahr.
Als Gründe für die trübe Stimmung nennt die Quelle die anhaltende Inflation sowie die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Hinzu kommt eine zusätzliche Verunsicherung durch die Lage am Arbeitsmarkt. Diese Gemengelage belastet die Zuversicht der Verbraucher gleich mehrfach.
Warum der Index so wichtig ist
Für die US-Wirtschaft sind die Konsumausgaben der privaten Haushalte der wichtigste Motor. Ein nachlassendes Verbrauchervertrauen ist deshalb ein Hinweis auf eine möglicherweise nachlassende Konsumdynamik. Sollten die Haushalte ihre Ausgaben zurückfahren, könnte das die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt bremsen – ein Szenario, das die Finanzmärkte weltweit aufmerksam verfolgen.
Die Umfrage von The Conference Board wird von Anlegern, Ökonomen und der US-Notenbank genau beobachtet. Der Erwartungsindex misst die Einschätzung der Verbraucher für das kommende halbe Jahr und liefert damit einen Vorlauf für die tatsächliche Entwicklung des Konsums.
Für deutsche Privatanleger ist die Zahl vor allem als Konjunkturbarometer relevant. Da die USA ein zentraler Absatzmarkt und Impulsgeber für die Weltwirtschaft sind, können sich Eintrübungen der US-Konsumstimmung auch auf europäische Exportwerte und die allgemeine Marktstimmung auswirken.
Ob sich der Negativtrend im Oktober fortsetzt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit einem Verbraucherindex von 81,9 Punkten und einem Erwartungsindex deutlich unter der Warnschwelle sendet die aktuelle Erhebung ein deutliches Warnsignal für die kommenden Monate.
