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US-Rechenzentren unter Druck: Politische Wende und KI-Skepsis belasten Märkte

Neue demokratische Gouverneure gefährden den Ausbau von Rechenzentren, während die ING Kredite im Volumen von 500 Millionen Dollar abstößt.

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US-Rechenzentren unter Druck: Politische Wende und KI-Skepsis belasten Märkte

Nach den jüngsten US-Zwischenwahlen gerät der Sektor für Künstliche Intelligenz (KI) unter erheblichen Druck. Eine politische Trendwende gefährdet den massiven Ausbau von Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Auslöser sind neu gewählte demokratische Gouverneure in Bundesstaaten wie Ohio, Georgia, Michigan, New Mexico und Texas. Für deutsche Anleger, die über Tech- und Infrastrukturwerte am US-Markt engagiert sind, wird die Lage damit zunehmend unübersichtlich.

Schätzungen von Bloomberg zufolge könnten bis zu 40 Prozent der geplanten Rechenzentrumskapazitäten durch neue regulatorische Hürden oder geplante Baustopps gestoppt werden. In New York und Oregon sollen bestehende Moratorien verlängert werden. Ähnliche Forderungen dominieren auch die noch nicht final ausgezählten Rennen in Alaska und Kansas. Damit steht ein Kernsegment der KI-Infrastruktur vor einer politisch induzierten Vollbremsung.

Die politische Instabilität schlägt sich unmittelbar auf die Finanzmärkte nieder. Die US-Börsen verzeichneten zuletzt deutliche Kursverluste, wobei der Nasdaq eine wichtige charttechnische Marke unterschritt. US-Präsident Donald Trump kritisierte auf seiner Plattform Truth Social den Ausverkauf von Technologie- und KI-Aktien. Er machte die Demokraten für die Verluste in den 401(k)-Altersvorsorgeportfolios der Amerikaner verantwortlich.

Die niederländische Bank ING stellt Rechenzentrumskredite zum Verkauf

Auch der Kreditmarkt reagiert auf die Unsicherheit. Die niederländische Bank ING hat ein Portfolio an Rechenzentrumskrediten im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar zum Verkauf gestellt. Das Auktionsverfahren umfasst unter anderem einen Anteil von 25 Millionen US-Dollar am „Stargate“-Projekt in New Mexico. Dieses ist ein Gemeinschaftsvorhaben von OpenAI, SoftBank und Oracle.

Letztere hatten bereits zuvor eine Mitteilung wegen höherer Gewalt (Force Majeure) an den Entwickler übermittelt. Dieser Schritt unterstreicht die zunehmende Projektinstabilität. Für Beobachter ist der Verkauf des Kreditportfolios ein deutliches Signal, dass Finanzinstitute ihr Engagement in der Rechenzentrumsfinanzierung überdenken.

Automatic Data Processing trotzt dem breiten Marktdruck

Trotz der weit verbreiteten KI-Skepsis und der schwachen Marktstimmung gibt es vereinzelte Lichtblicke. Aktien, die in diesem schwierigen Umfeld Kursgewinne verzeichnen konnten, gelten laut Investor's Business Daily als Indikatoren für zukünftige Erholungsphasen. Ein prominentes Beispiel ist der Gehaltsabrechnungs-Riese Automatic Data Processing (ADP).

Dessen Aktie stieg um 1,2 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2025. Damit konnte sich das Unternehmen trotz des breiten Marktdrucks als widerstandsfähig erweisen. Solche Titel könnten für Anleger als Orientierung dienen, wenn sie nach Stabilität in einem volatilen Umfeld suchen.

Für deutsche Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus regulatorischen Risiken, politischem Gegenwind und einem vorsichtiger werdenden Kreditmarkt dürfte die Bewertung von KI- und Rechenzentrumsaktien weiter belasten. Gleichzeitig zeigt das Beispiel ADP, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen von der Skepsis betroffen sind.

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