US-Notenbank belässt Leitzins unverändert
Ausblick auf Zinssenkungen und stärkeres Wachstum signalisieren Wandel in der Geldpolitik

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, den Leitzins unverändert zu lassen. Dies markiert bereits das dritte Mal in Folge, dass der Zinssatz in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent verharrt. Diese Entscheidung war erwartet worden, da die Fed in den letzten Monaten den Leitzins elfmal erhöht hatte, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken. Im November zeichnete sich jedoch eine leichte Entspannung ab, da die Jahresteuerung in den Vereinigten Staaten auf 3,1 Prozent zurückging. Die Fed strebt eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an.
Obwohl die Leitzinsen vorerst stabil bleiben, signalisierte die Fed, dass sie den aktuellen Zyklus bald beenden und erste Zinssenkungen einführen könnte. Dies kommt inmitten sinkender Inflationsprognosen, da die Teuerungsrate gemessen am Preisindex PCE für das Jahr 2023 durchschnittlich bei 2,8 Prozent erwartet wird. Dies ist eine leichte Abnahme im Vergleich zur früheren Prognose von 3,3 Prozent im September. Für 2024 prognostiziert die Fed eine Inflationsrate von 2,4 Prozent, während zuvor von 2,5 Prozent ausgegangen wurde. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie ausschließt, wird für dieses Jahr auf 3,2 Prozent und für das kommende Jahr auf 2,4 Prozent geschätzt.
Die US-Notenbank erwartet zudem ein stärkeres Wirtschaftswachstum, wobei die Prognosen für die weltgrößte Volkswirtschaft von 2,1 auf 2,6 Prozent angehoben wurden. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert. Die Fed betont jedoch, dass die Wirtschaft sich zuletzt im Vergleich zum starken dritten Quartal leicht abgeschwächt hat und der Beschäftigungsaufbau moderater ausfällt.
Notenbankchef Jerome Powell erklärte auf der Pressekonferenz, dass weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen sind, aber die Fed glaubt, dass die Zinsen in diesem Zyklus nahe ihrem Höhepunkt liegen. Die neuen Zinsprojektionen der Fed deuten ebenfalls auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus hin, da die Mitglieder bis Ende des kommenden Jahres im Schnitt einen Leitzins von 4,6 Prozent erwarten, im Vergleich zu 5,1 Prozent im September. Diese Entwicklung könnte auf bevorstehende Zinssenkungen im nächsten Jahr hindeuten, was an den Finanzmärkten zunächst positiv aufgenommen wurde, da der US-Leitindex Dow Jones ein Rekordhoch von über 37.000 Punkten erreichte.
