US-Inflationsdaten bremsen DAX-Entwicklung
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Die gestrigen US-Inflationsdaten haben am deutschen Aktienmarkt kaum Wirkung gezeigt. Nach einem zunächst leicht positiven Start schloss der DAX 0,23 Prozent schwächer bei 24.024 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Leitindex nach einem vorherigen Anstieg 0,3 Prozent verloren. Marktbeobachter verweisen auf die weiterhin unsichere Lage im Zollstreit zwischen den USA und China sowie auf das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska. Experten halten eine schnelle Einigung in beiden Fällen für wenig wahrscheinlich.
Deutlich im Minus stand die Aktie von SAP, die rund sieben Prozent verlor. Analysten nannten charttechnische Gründe sowie Sorgen um sinkende Gewinnmargen durch notwendige Investitionen in Künstliche Intelligenz. Auch die Papiere von Hannover Rück gaben nach, nachdem die jüngsten Geschäftszahlen die Anleger nicht überzeugten. Dagegen gehörte Sartorius zu den klaren Gewinnern und legte um mehr als sieben Prozent zu, gestützt von einer Kaufempfehlung und einem erhöhten Kursziel durch das Analysehaus Jefferies.
An den US-Börsen verlief der Handel positiver. Der Dow Jones stieg im frühen Geschäft um 0,51 Prozent, während der Nasdaq 100 zunächst auf Rekordniveau blieb und anschließend leicht nachgab. Der S&P 500 legte um 0,38 Prozent zu. Die US-Inflation blieb im Juli mit 2,7 Prozent unverändert, während die Kerninflation auf 3,1 Prozent stieg. Analysten sehen darin Anzeichen für zunehmenden Preisdruck und erwarten im September eine Zinssenkung durch die US-Notenbank. US-Präsident Trump nutzte die Daten, um Fed-Chef Jerome Powell erneut zu kritisieren und forderte abermals eine sofortige Zinssenkung.
Der Zollstreit zwischen den USA und China wurde um weitere 90 Tage vertagt. Anleger reagierten verhalten, da eine endgültige Einigung noch aussteht. Der Dollar geriet nach den Inflationsdaten unter Druck, während der Euro auf 1,1652 US-Dollar zulegte. Der Goldpreis stieg leicht, nachdem Trump Zölle auf das Edelmetall ausgeschlossen hatte.
Die OPEC prognostiziert für das kommende Jahr eine steigende Ölnachfrage um täglich 1,4 Millionen Barrel. Gleichzeitig rechnet das Kartell mit sinkenden Lagerbeständen, sofern die Fördermengen nicht wieder erhöht werden. Die Ölpreise gaben dennoch leicht nach.
Hannover Rück hält trotz sinkender Preise an seinem Gewinnziel von 2,4 Milliarden Euro fest. TUI hob die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis an, rechnet jedoch mit geringerem Umsatzwachstum. Der norwegische Staatsfonds kündigte an, weitere israelische Beteiligungen zu veräußern. Elon Musk plant eine Klage gegen Apple wegen der Platzierung seiner Apps, und Adidas entschuldigte sich für ein Schuhdesign, das in Mexiko auf Kritik gestoßen war.
