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US-Inflationsdaten als nächster Härtetest für die Märkte

Schwache US-Jobdaten dämpfen Zinserhöhungssorgen – doch CPI-Bericht und Einzelhandelsumsätze könnten den Börsenoptimismus bremsen.

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US-Inflationsdaten als nächster Härtetest für die Märkte

Die US-Märkte schlossen die vergangene Woche freundlich ab. Ausschlaggebend war ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht, der die Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung erheblich dämpfte. Nun richtet sich der Blick der Anleger auf zwei entscheidende Datenpunkte: den Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch und die Einzelhandelsumsätze am Freitag.

Die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Non-Farm Payrolls – zeigten für Juli einen Verlust von 23.000 Stellen. Erwartet hatte der Marktkonsens hingegen einen Zuwachs von 80.000 Stellen. Zusätzlich wurden die Berichte für Mai und Juni um insgesamt 103.000 Stellen nach unten korrigiert, was darauf hindeutet, dass der US-Arbeitsmarkt weniger robust ist als bislang angenommen.

Ein weiteres Detail trübte das Bild: Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 % auf 4,1 %. Dies klingt zunächst positiv, deutet jedoch darauf hin, dass sich Menschen aus dem Erwerbsleben zurückgezogen haben – denn die Quote misst nur aktiv Arbeitssuchende. Eine echte Verbesserung des Arbeitsmarktes sieht anders aus.

Fed-Ausblick: Zinserhöhung im September weniger wahrscheinlich

Als direkte Folge der schwachen Jobdaten sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf rund 45 % – verglichen mit fast 70 % in der Vorwoche. Die Federal Reserve verfolgt ein sogenanntes Doppelmandat: Sie ist sowohl für Preisstabilität als auch für maximale Beschäftigung verantwortlich. Schwächere Arbeitsmarktdaten verschieben damit die Gewichte in der geldpolitischen Abwägung.

Was die Inflation betrifft, steht der nächste Test am Mittwoch an. Der Verbraucherpreisindex soll zeigen, ob sich die Inflation von 3,5 % im Juni auf 3,4 % abgeschwächt hat. Selbst wenn diese Erwartung erfüllt wird, liegt die Teuerungsrate noch deutlich über dem Ziel der Fed von 2 %. Die Einzelhandelsumsätze am Freitag runden dann eine datenreiche Woche ab – und könnten den aktuellen Optimismus an den Märkten durchaus erschüttern.

Dieser Optimismus speist sich maßgeblich aus einer starken Quartalsberichtssaison. Mittlerweile haben 90 % der Unternehmen im S&P 500 ihre Zahlen vorgelegt, begleitet von einem geschätzten Gesamtgewinnwachstum von 50 %. Diese starken Ergebnisse zerstreuen Bedenken über mögliche Überbewertungen, da die Gewinne die Bewertungsniveaus zunehmend rechtfertigen.

Technologiewerte und Chip-Aktien als Kurstreiber

Besonders die Erholung bei Halbleiteraktien sorgte für Rückenwind. Der Nasdaq legte in der vergangenen Woche um 5,2 % zu, der iShares Semiconductor ETF sogar um mehr als 7 %. Hintergrund ist die Hoffnung, dass die massiven Kapitalinvestitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Früchte tragen könnten.

Der S&P 500 erklomm zum Wochenschluss ein neues Rekordhoch und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 13,3 % auf. Dow Jones und Nasdaq stehen mit Zuwächsen von 12,4 % bzw. 14,8 % ebenfalls glänzend da. Ein Risikofaktor bleibt jedoch die geopolitische Lage: Berichte über fehlende Fortschritte bei der Lösung des Nahostkonflikts und Fragen rund um die Straße von Hormus könnten einen Teil der Euphorie gefährden – wenngleich die Auswirkungen auf Ölpreise und Dow-Futures bislang begrenzt blieben.

FTSE 250 auf Rekordhoch – FTSE 100 knapp darunter

Auch auf der anderen Seite des Atlantiks gab es bemerkenswerte Entwicklungen. Der oft übersehene britische FTSE 250 schloss am Freitag zum zweiten Mal in Folge auf einem Rekordhoch. Der Index profitierte von einer Welle von Übernahmeangeboten, selektiven Käufen institutioneller Anleger sowie seinem Engagement in wachstumsstarken Sektoren wie Luft- und Raumfahrt und Maschinenbau. Seit Jahresbeginn liegt der FTSE 250 mit 10,6 % im Plus.

Der FTSE 100 beendete die Woche knapp unterhalb seines bisherigen Rekordhochs vom Ende Februar. Belastet wurde der Index unter anderem durch eine Broker-Herabstufung der Legal & General Group, die auch Werte wie Admiral Group, Hiscox und Standard Life mit nach unten zog. Trotz der schwachen Eröffnung liegt der FTSE 100 im laufenden Jahr noch immer mit 9,6 % im Plus und fehlt nur 0,2 % zum Rekordschlussstand.

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