ANZEIGE

US-Inflation überraschend heiß: KI-Aktien verlieren deutlich an Schwung

Der September-CPI fiel überraschend heiß aus, während CoreWeave und andere KI-Titel deutlich nachgaben und die Fed vor schwierigen Entscheidungen steht.

•• 3 Min
US-Inflation überraschend heiß: KI-Aktien verlieren deutlich an Schwung

Der September-Inflationsbericht (CPI) in den USA kam überraschend heiß heraus – nur einen Monat, nachdem der August-Wert überraschend kühl ausgefallen war. Trotz dieser Schwankungen hat sich das Grundbild nicht verändert: Die Inflation liegt etwa einen Prozentpunkt über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Selbst wenn sich die Lage verbessert, geschieht dies in einem nahezu unmerklichen Tempo.

Für die Notenbank bedeutet das: Fed-Chef Kevin Warsh muss, falls er so gut ist wie er verspricht, die Zinsen weiter erhöhen. Debattiert werden kann allenfalls das Tempo der Erhöhungen. Der September-Bericht macht deutlich, dass der mittelfristige Trend seitwärts verläuft und der kurzfristige Trend steigt – selbst wenn man Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt.

Warsh hat darauf hingewiesen, dass er sich für die Diffusion der Inflation interessiert, also dafür, wie viele Preiskategorien schneller als das Ziel steigen. Der jüngste Bericht war diffus schlecht: Sowohl die Preise für Kerngüter als auch für Kernservices verzeichneten ihren größten monatlichen Anstieg seit Langem.

Tarife und KI-Nachfrage treiben Preise

Besonders auffällig waren die Güterwerte. Omair Sharif von Inflation Insights sieht Tarifdurchreichungseffekte und eine hohe KI-Nachfrage in den Preisen für Sportartikel, Spielzeug, Elektronik und Computer. Beim Anteil der CPI-Komponenten über 2, 3 und 4 Prozent gab es zwar einen dramatischen Rückgang bei den Kategorien über 4 Prozent, doch diese Reihe liegt immer noch höher als vor der Pandemie. Verbesserungen bei den über-Zweiern und über-Dreiern sind sichtbar, aber man muss genau hinsehen, um sie zu erkennen.

Ungewöhnlich war auch die Marktreaktion. Wie erwartet erhöhte der Bericht die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung am 28. Oktober ein wenig. Man hätte einen Anstieg der politikempfindlichen zweijährigen US-Staatsanleihe erwarten können – tatsächlich stieg sie, aber nur um einen einzigen Basispunkt. Überraschenderweise fielen die fünf-, zehn- und dreißigjährigen US-Staatsanleihen, nachdem sie zunächst stark gestiegen waren, als der CPI-Bericht erstmals erschien.

CoreWeave unter Druck

Ein scheinbarer Exkurs führt zu CoreWeave. Die FT veröffentlichte am Dienstag ein Interview mit Co-Gründer Brannin McBee. Darin sagte McBee, es sei entscheidend für das Unternehmen, dass seine Schulden ein Investment-Grade-Rating erhalten, damit sie an Versicherungsunternehmen verkauft werden könnten, deren Kapital „unbegrenzt … das ist all das Geld in der Welt, das im Versicherungstranchen sitzt".

Gestern zeigten Investoren jedoch deutliche Nervosität bezüglich der Verwendung ihres Kapitals zur Absicherung von CoreWeave. Die Aktien fielen um 15 Prozent, auch die Anleihen aus 2032 gaben nach und handeln jetzt unter 80 Cent auf den Dollar. Andere eng mit dem Ausbau der Rechenzentren verbundene Aktien hatten ebenfalls einen hässlichen Tag und zogen den Nasdaq um fast 2 Prozent nach unten.

In einem internen Memo sagte CoreWeaves CEO Mike Intrator, der Markt verhalte sich irrational angesichts des Auftragsbestands von Kundenverpflichtungen bei CoreWeave. Er mag recht haben. Doch der ganze Vorfall zeigt, wie nervös der Markt hinsichtlich der Größe und Finanzierung des KI-Investitionsbooms geworden ist. Wenn die gute Performance der Staatsanleihen eine klassische Risk-Off- oder Flight-to-Safety-Bewegung ist, wäre dies ein noch stärkeres Indiz dafür, dass Angst in der Luft liegt – angesichts der Tatsache, wie unbeliebt Anleihen in letzter Zeit waren.

Konzentrationsrisiko in Schwellenländern

Auch die Schwellenmärkte bieten keinen einfachen Ausweg. Goldman Sachs weist darauf hin, dass die Indexkonzentration in EM Rekordextreme erreicht hat – erneut dank des KI-Investitionsschubs. Korea und Taiwan machen nun fast die Hälfte des MSCI-EM-Index aus, Technologie über 40 Prozent, und die Kombination aus nur drei Unternehmen – TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix – beträgt etwa 30 Prozent.

Das alles dreht sich um Gewinnwachstum. Es sind echte Unternehmen, die viel Geld verdienen, keine zerbrechlichen Dotcom-Trugbilder. TSMC hat gerade ein Rekordquartal abgeliefert, mit 47 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Anstieg um die Hälfte gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Doch wie schmerzhafte Schwankungen auf dem koreanischen Markt in diesem Jahr gezeigt haben, sind konzentrierte KI-Wetten problematisch. Goldmans vorgeschlagene Lösung besteht darin, Rohstoffspiele in EM zu betrachten, etwa Lateinamerika und Südafrika, und/oder mit Benchmarks zu experimentieren.

Am Rande: Berkshire Hathaway hat eine Beteiligung von fast einer Milliarde US-Dollar am Tech-Konglomerat Bending Spoons aufgebaut, dem Eigentümer von Eventbrite und Vimeo. Bending Spoons sucht nach heruntergekommenen Unternehmen, die es günstig kauft und verbessert – nicht weit entfernt von Berkshires „Zigarrenstummel"-Modell der vergangenen Jahrzehnte. Für Anleger bleibt die Lage mühsam: Einfache Diversifikationsstrategien scheinen nicht so schnell zurückzukehren.

CPIInflationFedZinserhöhungCoreweaveKi-AktienSchwellenmärkteKevin Warsh

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.