US-Inflation im Dezember bei 2,7% - Fed hält Zinsen stabil
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Dezember erwartungsgemäß um 0,3 Prozent. Die Jahresinflation verharrte bei 2,7 Prozent, was die Federal Reserve in ihrer Haltung bestärkt, die Zinsen vorerst nicht zu senken.

Die US-Inflation hat sich im Dezember wie von Ökonomen erwartet entwickelt. Der Verbraucherpreisindex (VPI) legte im vergangenen Monat um 0,3 Prozent zu, wie das Bureau of Labor Statistics am Dienstag mitteilte. Im Jahresvergleich blieb die Teuerungsrate unverändert bei 2,7 Prozent.
Die Dezember-Zahlen spiegeln eine Normalisierung wider, nachdem ein 43-tägiger Regierungsstillstand die Datenerfassung im Oktober verhindert hatte. Das Statistikamt musste daraufhin für den November-Bericht Schätzmethoden anwenden, was die damaligen Inflationswerte künstlich gedrückt hatte. Besonders bei den Mietpreisen kamen Fortschreibungsmethoden zum Einsatz.
Kerninflation bleibt stabil
Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrungsmittel stieg im Dezember um 0,2 Prozent. Im Jahresvergleich verharrte sie bei 2,6 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Gradmesser für den zugrunde liegenden Preisdruck in der US-Wirtschaft.
Fed-Zinsentscheidung im Januar
Die Inflationsdaten festigen die Erwartung, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der Sitzung am 27. und 28. Januar in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird. Die meisten Ökonomen rechnen nicht mit einer Zinssenkung, bevor Fed-Chef Jerome Powells Amtszeit im Mai endet.
Politischer Druck auf die Notenbank
Die Beziehung zwischen der Trump-Administration und der Fed hat sich zuletzt verschärft. Die Regierung hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Powell eingeleitet, die dieser als "Vorwand" zur Beeinflussung der Geldpolitik bezeichnet. Die Spannungen könnten die geldpolitischen Entscheidungen in den kommenden Monaten beeinflussen.
Importzölle belasten Verbraucher
Die weitreichenden Importzölle von Präsident Donald Trump haben die Warenpreise erhöht und stellen die amerikanischen Haushalte vor Herausforderungen. Die hartnäckig hohe Inflation schmälert Trumps Zustimmungsraten und dürfte in diesem Jahr zu einem zentralen politischen Thema werden. Für die Republikaner geht es dabei auch um die Verteidigung ihrer Mehrheit im US-Kongress.
Ausblick für deutsche Anleger
Für Investoren bedeuten die stabilen Inflationszahlen, dass die Fed ihre restriktive Geldpolitik vorerst beibehält. Die Federal Reserve orientiert sich für ihr Inflationsziel von 2 Prozent am PCE-Preisindex, der tendenziell etwas niedriger ausfällt als der VPI. Deutsche Anleger mit US-Investments sollten die weitere Entwicklung der Inflation und die Zinspolitik der Fed genau beobachten.
