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US-Hypothekenzinsen erreichen Dreijahreshoch und bremsen Immobilienmarkt

Die sechste Zinserhöhung in Folge treibt 30-jährige Festhypotheken auf 7,30 Prozent und dämpft die Nachfrage spürbar.

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US-Hypothekenzinsen erreichen Dreijahreshoch und bremsen Immobilienmarkt

Die US-Hypothekenzinsen sind die sechste Woche in Folge gestiegen und haben damit den höchsten Stand seit November 2023 erreicht. Wie Daten der Mortgage Bankers Association (MBA) zeigen, kletterte der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken auf 7,30 Prozent. Dieser Anstieg stellt potenzielle Eigenheimkäufer vor erhebliche Herausforderungen und bremst die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt spürbar aus.

Die Auswirkungen auf das Kreditgeschäft sind deutlich: Der MBA-Kaufindex, der Kreditanträge für den Immobilienerwerb misst, sank um 4,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit April 2025. Besonders stark traf es das Refinanzierungsgeschäft, das um 8,7 bis 9 Prozent zurückging und nun 56 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Der Anteil der Refinanzierungen an der gesamten Hypothekenaktivität fiel auf 38,3 Prozent.

Angesichts der hohen Zinsen weichen Käufer zunehmend auf risikoreichere Finanzierungsmodelle aus. So stieg der Zinssatz für fünfjährige variabel verzinste Hypotheken (ARMs) um 37 Basispunkte auf 6,47 Prozent. Der Anteil dieser Kredite an den Gesamtanträgen erreichte mit 10,3 Prozent den höchsten Stand seit Oktober 2025.

Experten sehen stagnierende statt fallende Preise

Experten wie Mark Fleming, Chefökonom bei First American Financial Corp., betonen, dass die Zinsen über der 7-Prozent-Marke viele Hausbesitzer dazu bewegen, in ihren derzeitigen Immobilien zu bleiben. Die Diskrepanz zu den bestehenden, deutlich günstigeren Hypothekenverträgen – oft 3 bis 4 Prozent – sei zu groß, um einen Umzug wirtschaftlich sinnvoll erscheinen zu lassen.

Trotz der nachlassenden Nachfrage rechnet Fleming nicht mit einem massiven Preisverfall. Der Markt sei „downside sticky“ – Preise würden eher stagnieren oder langsamer steigen, anstatt drastisch zu fallen, sofern keine schwere Wirtschaftskrise zu Zwangsverkäufen führe. Diese Einschätzung ist für deutsche Anleger relevant, die über US-Immobilienfonds oder REITs am amerikanischen Markt engagiert sind.

Zinsanstieg folgt den Anleiherenditen

Die Entwicklung der Hypothekenzinsen korreliert eng mit den Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen, die zuletzt auf ein 19-Jahres-Hoch kletterten. Treiber hierfür sind anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten und der Ukraine-Konflikt, die die Energiekosten und die Inflation hochhalten. Zudem sorgen Sorgen um die Staatsverschuldung und robuste Wirtschaftsdaten für Druck.

Da die Federal Reserve die Zinsen zur Inflationsbekämpfung bereits angehoben hat, rechnen Investoren mit weiteren Zinsschritten bis Jahresende. Für den Immobilienmarkt bedeutet das: Die Finanzierungskosten dürften vorerst hoch bleiben.

Die Situation wird durch steigende Immobilienpreise verschärft. Laut dem S&P CoreLogic Case-Shiller-Index beschleunigte sich der jährliche Preisanstieg im Juli auf 1,9 Prozent. Während die Verkäufe von Bestandsimmobilien bereits auf den schwächsten Stand seit über einem Jahr gefallen sind, deuten aktuellere Daten von Mortgage News Daily darauf hin, dass der Druck anhält: Anfang der Woche stieg der Satz für 30-jährige Festhypotheken bereits auf 7,58 Prozent.

Für deutsche Privatanleger zeigt die Entwicklung, wie stark die US-Notenpolitik und globale geopolitische Risiken die Finanzierungskosten am amerikanischen Häusermarkt beeinflussen. Steigende Zinsen bei gleichzeitig hohen Preisen belasten die Erschwinglichkeit und könnten die Nachfrage weiter dämpfen – ohne dass die Preise deshalb zwangsläufig deutlich nachgeben müssen.

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