US-Futures stabil nach JPMorgan-Verlusten – Bankgewinne im Fokus
Die US-Aktienfutures zeigten sich am Dienstagabend wenig bewegt, nachdem die Wall Street von Rekordhochs zurückgekommen war. Enttäuschende Zahlen von JPMorgan und die Aussicht auf weitere Bankbilanzen prägten die Stimmung.

Die US-Aktienmärkte konsolidierten am Dienstagabend nach einem volatilen Handelstag. Die S&P 500 Futures fielen leicht auf 6.998,0 Punkte, während die Nasdaq 100 Futures bei 25.899,0 Punkten stabil blieben. Die Dow Jones Futures gaben um 0,1 Prozent auf 49.374,0 Punkte nach.
JPMorgan enttäuscht und warnt vor Trump-Plänen
Der Hauptbelastungsfaktor war die Großbank JPMorgan Chase, die mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen teilweise verfehlte. Die Aktie brach um mehr als 4 Prozent ein. Besonders brisant: JPMorgan warnte eindringlich vor Donald Trumps geplantem Zinsdeckel von 10 Prozent für Kreditkarten, der Verbrauchern und der Wirtschaft schweren Schaden zufügen könnte.
Diese Warnung setzte den gesamten Finanzsektor unter Druck. Visa verlor 4,4 Prozent und gehörte zu den größten Belastungsfaktoren im Dow Jones. American Express gab um 0,4 Prozent nach. Der S&P 500 fiel insgesamt um 0,2 Prozent von seinem Rekordhoch zurück, während der Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 0,8 Prozent die Verluste anführte.
Weitere Bankbilanzen stehen bevor
Am Mittwoch richten sich alle Blicke auf die Gewinnberichte von Bank of America, Wells Fargo und Citigroup, die vor Börsenbeginn ihre Zahlen präsentieren. Am Donnerstag folgen Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Vermögensverwalter BlackRock. Die Märkte suchen in diesen Berichten nach Hinweisen zur Verfassung der US-Wirtschaft.
Inflation und Fed-Politik im Blick
Die am Dienstag veröffentlichten Verbraucherpreisdaten für Dezember entsprachen weitgehend den Erwartungen, während der Kern-VPI leicht abkühlte. Dies änderte jedoch wenig an den Erwartungen für die Geldpolitik. Laut CME Fedwatch preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent ein, dass die Federal Reserve die Zinssätze bei ihrer Sitzung Ende Januar zwischen 3,50 und 3,75 Prozent belässt.
Am Mittwoch stehen zudem die Erzeugerpreisdaten (PPI) für Dezember an, die weitere Aufschlüsse über die Inflationsentwicklung geben könnten.
Fed-Unabhängigkeit unter Druck
Die Unabhängigkeit der Fed sorgt zunehmend für Unruhe an den Märkten. Fed-Chef Jerome Powell erklärte, eine strafrechtliche Untersuchung der Renovierung des Fed-Hauptsitzes sei politisch motiviert. Er deutete an, dass die verstärkte rechtliche Überprüfung der Notenbank durch Trumps anhaltende Forderungen nach drastischen Zinssenkungen befeuert werde.
Technologiesektor gemischt
Im Technologiebereich brach Salesforce um über 7 Prozent ein, nachdem die Vorstellung eines neuen KI-Agenten enttäuschte. Händler befürchten zudem verschärften Wettbewerb durch andere Tech-Giganten bei der Entwicklung von KI-Agenten.
Positiv entwickelten sich Intel und AMD, die beide von Keybanc auf "Overweight" hochgestuft wurden. Die Investmentbank hob auch die Kursziele für beide Halbleiteraktien an.
Nvidia-Chipverkauf nach China noch unsicher
Die Märkte reagierten kaum darauf, dass Nvidia von Washington die Erlaubnis erhielt, ihre H200-Chips für künstliche Intelligenz in China zu verkaufen. Peking muss die Einfuhr der Chips noch genehmigen, was die praktische Bedeutung der US-Freigabe einschränkt.
Verschärfte geopolitische Spannungen, insbesondere Trumps Unterstützung für regierungsfeindliche Proteste im Iran, belasteten zusätzlich die Anlegerstimmung.
