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US-Förderstopp löst Schock in E-Auto-Branche aus

Hersteller fürchten Absatzkrise, Händler reagieren mit Rabatten und Zurückhaltung

2 Min
US-Förderstopp löst Schock in E-Auto-Branche aus

Der Wegfall der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos in den USA sorgt in der Branche für erhebliche Unruhe. Mit dem Ende der Steuergutschrift von 7500 Dollar pro Fahrzeug rechnen führende Hersteller und Händler mit deutlichen Absatzrückgängen. Ford-Chef Jim Farley sprach von einem Wendepunkt für den Markt. Er gehe davon aus, dass der Anteil von Elektroautos an den gesamten Neuwagenverkäufen in den Vereinigten Staaten auf rund fünf Prozent sinken könnte. Das entspräche etwa der Hälfte des Marktanteils vom August, als zahlreiche Käufer den Bonus noch genutzt hatten, bevor die Förderung ausläuft.

Auch Nissan-Manager Christian Meunier erwartet einen drastischen Einbruch. Seiner Einschätzung nach werde der Markt im Oktober regelrecht zusammenbrechen, da viele Fahrzeuge auf Halde stünden und der Wettbewerb härter werde. Um den Rückgang beim Absatz zu dämpfen, greifen mehrere Hersteller zu Preisnachlässen. Hyundai bietet für Modelle des Ioniq 5 aus dem Jahr 2025 einen Rabatt in Höhe der entfallenen Steuergutschrift an. General Motors und Ford wollen die steuerlichen Vorteile für einen begrenzten Zeitraum in Leasingangebote integrieren.

Händler in verschiedenen Regionen reagieren mit Zurückhaltung auf die veränderte Lage. Scott Kunes, Manager einer Händlergruppe im Mittleren Westen, kündigte an, kurzfristig weniger Elektrofahrzeuge abzunehmen. Vor allem teure Modelle dürften sich in den kommenden Monaten schwer verkaufen lassen. Der Händler Brad Sowers aus Missouri verwies auf den über 90.000 Dollar teuren Chevy Silverado, dessen Absatz unter den neuen Rahmenbedingungen ins Stocken geraten könne.

Die staatliche Förderung war ursprünglich 2008 vom US-Kongress beschlossen und 2022 verlängert worden. Im Zuge eines von Präsident Donald Trump im Juli unterzeichneten Gesetzes zu Steuersenkungen und Ausgaben wurde das Auslaufen der Subvention auf den 30. September festgelegt. Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, das von der Vorgängerregierung unter Joe Biden eingeführte E-Auto-Mandat abzuschaffen. Neben dem Wegfall der Prämie wurden weitere politische Maßnahmen eingeleitet, die das Marktwachstum bremsen könnten. Eine Studie dreier US-Universitäten aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass die Neuzulassungen ohne die Förderung um 27 Prozent zurückgehen dürften.

Im internationalen Vergleich liegen die USA beim Ausbau der Elektromobilität ohnehin zurück. In China liegt der Marktanteil von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen inzwischen bei über 40 Prozent, in Europa bei rund 20 Prozent. In den Vereinigten Staaten hat sich das Wachstum bereits in den vergangenen zwei Jahren verlangsamt. Einige Branchenvertreter zeigen sich dennoch zuversichtlich. Hyundai-Manager Randy Parker betonte, dass es einen Markt für Elektroautos auch ohne Steuergutschriften gegeben habe. Volvo-Chef Hakan Samuelsson erklärte, die Strategie seines Unternehmens sei langfristig angelegt und nicht von Fördermaßnahmen abhängig.

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