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US-Firmen ziehen sich vom CSD zurück

Trumps Anti-Woke-Politik zeigt Wirkung bis nach Berlin und Köln

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 US-Firmen ziehen sich vom CSD zurück

US-amerikanische Unternehmen ziehen sich zunehmend als Sponsoren von Christopher Street Day (CSD)-Veranstaltungen in Deutschland zurück. Besonders deutlich zeigt sich dieser Rückzug in Berlin und Köln, wo bisherige Sponsorenverträge nicht verlängert wurden. Beim Berliner CSD fehlen dadurch rund 200.000 Euro, was etwa 70 Prozent des gesamten Budgets entspricht. Die Organisatoren berichten, dass in diesem Jahr keine einzige US-Firma als Sponsor auftritt. Die Begründung vieler Unternehmen lautete wiederholt: „Wir würden gerne – dürfen aber nicht.“ Namen der abgesprungenen Unternehmen wurden nicht genannt, um mögliche zukünftige Partnerschaften nicht zu gefährden.

Auch in Köln haben sich mehrere US-Sponsoren zurückgezogen. Während dort keine offiziellen Angaben gemacht wurden, gehörten im Vorjahr unter anderem Ford und Mastercard zu den Förderern. Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der politischen Linie von Donald Trump. Seit seiner Rückkehr in politische Verantwortung verfolgt er eine sogenannte Anti-Woke-Strategie, die sich gegen Programme für gesellschaftliche Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion richtet. Ein Erlass aus dem Januar 2025 hob mehrere ältere Regelungen auf, die Chancengleichheit im Arbeitsumfeld fördern sollten. Unternehmen, die öffentliche Aufträge der US-Regierung erhalten, werden seither explizit angehalten, keine Diversitätsmaßnahmen mehr umzusetzen.

Dieser politische Kurs bleibt nicht auf US-Firmen beschränkt. Laut Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer haben auch rund zwei Dutzend Unternehmen mit Sitz in Deutschland ein entsprechendes Schreiben aus den USA erhalten. Darin werden sie aufgefordert, sich von sogenannten DEI-Programmen (Diversity, Equity, Inclusion) zu distanzieren. Der Druck auf die Unternehmen ist dabei offenbar erheblich, auch wenn direkte wirtschaftliche Sanktionen bislang nicht öffentlich gemacht wurden.

Neben US-Unternehmen zeigen sich auch deutsche und europäische Firmen beim CSD-Sponsoring zunehmend zurückhaltend. Diese begründen ihren Rückzug jedoch meist mit wirtschaftlichen Faktoren oder allgemeiner Unsicherheit. Auch der spürbare politische Rechtsruck in Europa wird von den Veranstaltern als Ursache genannt. Der Vorstand des Berliner CSD spricht in diesem Zusammenhang von einem strukturellen Problem, das sich über mehrere Jahre aufgebaut habe. Bereits im vergangenen Jahr wurden Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet, darunter der Verzicht auf barrierearme Angebote und einzelne politische Veranstaltungen.

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