US-Börsen von Inflationssorgen ausgebremst
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Die Wall Street konnte trotz der beeindruckenden Zahlen von Nvidia ihre Zinssorgen gestern nicht abschütteln. Während der Chiphersteller von einem anhaltenden Boom in der Künstlichen Intelligenz profitierte, blieben die meisten anderen Sektoren zurück. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,53 Prozent auf 39.065 Punkte, der S&P 500-Index verlor 0,74 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq schloss ebenfalls mit Verlusten. Besonders beeindruckend war der Anstieg der Nvidia-Aktie, die erstmals die Marke von 1.000 Dollar überschritt und den Handel mit einem Plus von 9,32 Prozent beendete. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen deutlich und prognostizierte für das kommende Quartal einen Umsatz von rund 28 Milliarden Dollar.
Die Zinssorgen der Anleger wurden durch die jüngsten Protokolle der US-Notenbank Federal Reserve verstärkt. Diese deuteten darauf hin, dass die hohe Inflation weiterhin ein Thema ist und eine schnelle Zinssenkung unwahrscheinlich bleibt. Viele Notenbanker sehen es als notwendig an, die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu belassen oder sogar weiter zu erhöhen. Der Markt hat seine Erwartungen für eine Zinswende bereits nach hinten geschoben, wobei manche Analysten erst 2025 mit der ersten Zinssenkung rechnen.
Einzelne Aktien wie Boeing und Tesla mussten ebenfalls Verluste hinnehmen. Boeing verlor 7,55 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass der Flugzeugbauer mit neuen Zertifizierungsanforderungen aus China konfrontiert ist und die Auslieferungen in das Land vorübergehend gestoppt hat. Tesla-Aktien gaben um 3,54 Prozent nach, nachdem das Unternehmen stillschweigend von seinem Ziel, bis 2030 jährlich 20 Millionen Autos zu verkaufen, abrückte. Stattdessen konzentriert sich Tesla nun stärker auf autonomes Fahren.
In Deutschland stagnierte der DAX trotz des KI-Hypes und schloss bei 18.691 Punkten mit einem minimalen Plus von 0,06 Prozent. Der MDAX legte moderat um 0,18 Prozent zu. Währenddessen deutete die Europäische Zentralbank auf eine mögliche Zinssenkung im Juni hin, da die Inflation in der Eurozone sich der Zielmarke annähert.
Der Euro konnte zunächst von positiven Stimmungsdaten aus der Eurozone profitieren, gab aber am Nachmittag wieder nach und schloss bei 1,0811 Dollar. In den USA überraschten die Stimmungsdaten der Unternehmen positiv, was den Dollar stärkte und die Aussicht auf schnelle Zinssenkungen weiter verringerte.
Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent, getrieben durch Bauinvestitionen und steigende Exporte. Die privaten Konsumausgaben gingen jedoch zurück. Unternehmen wie Thyssenkrupp und CTS Eventim zeigten sich robust, während Lenovo einen Gewinneinbruch erlitt. Die Übernahme der italienischen Bormioli Pharma Gruppe durch Gerresheimer sorgte für einen Kurssprung der Aktie um über 13 Prozent, womit sie Spitzenreiter im MDAX war.
