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US-Bankaktien unter Druck: Debatte um Kreditkarten-Zinsobergrenze

Die Aktien großer US-Banken gerieten unter Verkaufsdruck, nachdem die Trump-Regierung eine Zinsobergrenze von 10% für Kreditkarten forderte. JPMorgan Chase verlor 3,1%, Citigroup 4,4% und Wells Fargo 1,9%.

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US-Bankaktien unter Druck: Debatte um Kreditkarten-Zinsobergrenze

Die Aktien amerikanischer Großbanken sind am Montag deutlich gefallen, nachdem die Trump-Regierung eine Zinsobergrenze von 10% für Kreditkarten ins Spiel gebracht hatte. JPMorgan Chase verlor 3,1%, Citigroup büßte 4,4% ein und Wells Fargo sank um 1,9%. Auch Investmentbanken waren betroffen: Morgan Stanley gab 3,7% ab, Goldman Sachs 1,9%.

Die Regierung argumentiert, dass der vorgeschlagene Höchstsatz die Erschwinglichkeit für Verbraucher verbessern würde. Banken warnen hingegen vor massiven Einschränkungen beim Kreditzugang, da sie das Risiko unbesicherter Kreditkartenschulden nicht mehr angemessen bepreisen könnten. Unklar bleibt, ob die Maßnahme ohne Gesetzesinitiative umgesetzt werden kann.

Citigroup-Chefin sieht keine Mehrheit im Kongress

Citigroup-CEO Jane Fraser zeigte sich skeptisch gegenüber der Umsetzbarkeit der Pläne. In einem Interview aus Davos erklärte sie, sie erwarte nicht, dass der Kongress eine Deckelung beschließen werde. Eine Zinsobergrenze wäre "nicht gut für die US-Wirtschaft", so Fraser. Sie würde den Kreditzugang für einen großen Teil der Kunden einschränken und Auswirkungen auf Fluggesellschaften, Einzelhändler und Restaurants haben.

Analysten sehen die Situation zunächst als "Belastung", die sich schnell auflösen könnte, falls es sich eher um eine Aufforderung an den Kongress als um eine konkrete Exekutivmaßnahme handelt, so Brian Jacobsen, Chef-Anlagestratege bei Annex Wealth Management.

Massive Auswirkungen auf Karteninhaber befürchtet

Die American Bankers Association (ABA) warnt vor drastischen Folgen: Mindestens 137 Millionen Karteninhaber und bis zu 159 Millionen könnten den Zugang zu ihren Karten verlieren. Eine Umfrage der Consumer Bankers Association ergab, dass sechs von zehn US-Erwachsenen erwarten, dass eine Zinsobergrenze zu zusätzlichen Gebühren und weniger Kreditkartengenehmigungen führen würde.

Gunjan Kedia, CEO von U.S. Bancorp, schätzt, dass über 90% ihrer Kunden negative Auswirkungen erleiden würden. Sie bemerkte jedoch, dass sich das Gespräch über die Zinsobergrenze in den letzten Tagen "produktiver" entwickelt habe. JPMorgan-CEO Jamie Dimon hatte bereits gewarnt, dass "alles auf dem Tisch liegt", sollten rechtliche Schritte nötig werden.

Kompromisslösungen in Sicht?

Analysten spekulieren über mögliche Kompromisse: Kartenanbieter könnten mit innovativen Angeboten reagieren, etwa niedrigere Zinssätze für bestimmte Kundengruppen, gebührenfreie Karten mit 10% Zins aber ohne Prämien, oder niedrigere Kreditlimits. TD Cowen-Analysten glauben, dass ein politischer Kompromiss in Arbeit sei.

Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, brachte die Idee von "Trump-Karten" ins Spiel, die Banken freiwillig anbieten könnten, ohne jedoch Details zu nennen. Die Initiative erfolgt inmitten wachsender Spannungen zwischen der Trump-Administration und dem Bankensektor. Trump kündigte zudem an, JPMorgan wegen angeblichen "Debankings" nach dem Kapitol-Angriff vom 6. Januar 2021 zu verklagen.

Citigroup: Keine weiteren Entlassungen geplant

Citigroup-CEO Fraser ergänzte, dass die Bank nach einer kürzlichen Entlassungsrunde von rund 1.000 Mitarbeitern keine weiteren großen Personalabbaumaßnahmen plane. Die Unsicherheit über die Zinsobergrenze dürfte die Bankaktien vorerst weiter belasten, bis Klarheit über die politische Umsetzbarkeit besteht.

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