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US-Arbeitsmarkt schwächelt: Anleihemärkte reagieren auf schwache Jobs

Nur 29.000 neue Stellen im September – Anleiherenditen fallen deutlich.

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US-Arbeitsmarkt schwächelt: Anleihemärkte reagieren auf schwache Jobs

Der US-Arbeitsmarkt hat im September deutlich an Dynamik verloren. Wie Daten des Bureau of Labor Statistics vom Freitag zeigen, wurden im vergangenen Monat lediglich 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) geschaffen. Dieser Wert blieb weit hinter den Prognosen der von Bloomberg befragten Ökonomen zurück und wurde zudem durch Abwärtskorrekturen der Vormonate belastet.

Neben dem schwachen Beschäftigungsaufbau verlangsamte sich auch das Lohnwachstum. Dies deutet auf eine wachsende Zurückhaltung der Arbeitgeber angesichts steigender Kosten hin. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,2 %, was teilweise auf eine wachsende Erwerbsbevölkerung zurückzuführen ist.

Für deutsche Anleger sind diese Zahlen deshalb relevant, weil sie die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) unmittelbar beeinflussen. Der US-Arbeitsmarkt gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Zinsentscheidungen der Fed und wirkt damit auch auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und die Stimmung an den europäischen Börsen.

Anleihemärkte reagieren unmittelbar

Infolge dieser schwachen Arbeitsmarktdaten reduzierten Anleihehändler ihre Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank im laufenden Monat. Die Kurse für Staatsanleihen legten daraufhin zu. Besonders deutlich war die Reaktion bei den zweijährigen US-Staatsanleihen, die als besonders sensitiv für die geldpolitische Ausrichtung der Fed gelten: Ihre Rendite sank um bis zu 10 Basispunkte auf 4,69 %.

Ein Basispunkt entspricht dabei einem Hundertstel Prozentpunkt. Ein Rückgang der Rendite um 10 Basispunkte mag auf den ersten Blick gering erscheinen, ist am kurzen Laufzeitende des US-Anleihemarktes jedoch ein deutliches Signal. Der Grund: Kurz laufende Staatsanleihen reagieren besonders stark auf veränderte Zinserwartungen, da sie die Geldpolitik der kommenden Monate unmittelbar abbilden.

Die Kombination aus schwachem Stellenaufbau, nach unten korrigierten Vormonatswerten und nachlassendem Lohnwachstum zeichnet ein Bild eines abkühlenden Arbeitsmarktes. Für die Fed bedeutet dies ein schwieriges Abwägungsszenario: Einerseits bleibt der Preisdruck ein Thema, andererseits mehren sich Signale einer nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik.

Für Privatanleger in Deutschland ist die Entwicklung in zweierlei Hinsicht bedeutsam. Erstens beeinflusst die US-Geldpolitik über den Dollar-Wechselkurs und die globalen Kapitalströme auch die hiesigen Märkte. Zweitens gelten US-Staatsanleihen als Referenz für die internationale Zinslandschaft, an der sich auch europäische Renditen orientieren.

Die Marktteilnehmer werden nun mit Spannung auf die nächsten Datenveröffentlichungen und Signale aus der Fed blicken. Ob die schwachen September-Zahlen einen einmaligen Ausreißer darstellen oder den Beginn einer längerfristigen Abkühlung markieren, lässt sich anhand eines einzelnen Berichts noch nicht abschließend beurteilen. Klar ist jedoch: Die Anleihemärkte haben bereits reagiert und ihre Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung im laufenden Monat zurückgeschraubt.

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