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US-Anleiherenditen fallen deutlich: Ölpreise und Inflationsdaten im Fokus

Fallende Ölpreise drücken die Renditen für US-Staatsanleihen – Anleger warten gespannt auf die Inflationszahlen dieser Woche.

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US-Anleiherenditen fallen deutlich: Ölpreise und Inflationsdaten im Fokus

Die Renditen für US-Staatsanleihen sind am Dienstag gefallen, nachdem die Energiepreise im frühen Handel niedriger notierten. Gleichzeitig bereiten sich die Anleger auf wichtige Wirtschaftsdatenveröffentlichungen in dieser Woche vor, darunter die neuesten Inflationszahlen aus den USA.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe – der wichtigste Benchmark für Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenschulden – fiel um mehr als 4 Basispunkte auf 5,202 Prozent. Die Rendite der längerfristigen 30-jährigen US-Staatsanleihe, die tendenziell auf geopolitische Ereignisse reagiert, lag um mehr als 4 Basispunkte tiefer bei 5,552 Prozent.

Die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe, die kurzfristige Zinsentscheidungen der Federal Reserve enger begleitet, stieg dagegen um weniger als 1 Basispunkt auf 4,80 Prozent. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozent beziehungsweise dem Hundertstel von 1 Prozent. Wichtig für Anleger: Renditen und Preise von Anleihen verlaufen invers zueinander – steigt die Rendite, fällt der Kurs und umgekehrt.

Handel nimmt nach Feiertag wieder auf

Der US-Staatsanleihemarkt hatte am Dienstag nach der Schließung am Montag zum Columbus-Tag-Feiertag den Handel wieder aufgenommen. Der Rückgang der Finanzierungskosten folgt einem starken Einbruch der Ölpreise am Dienstag. Hintergrund sind die Aussichten auf mehr russischen Diesel auf den globalen Energiemärkten nach dem von den USA vermittelten sogenannten „Energie-Kriegsstillstand" zwischen Russland und der Ukraine.

Die Anleger schätzen die Folgen dieses Abkommens für das globale Energieangebot weiterhin ein. West-Texas-Intermediate-Futures (WTI) zur November-Lieferung waren um mehr als 1 Prozent niedriger und notierten bei rund 92 US-Dollar pro Barrel. Brent-Rohöl-Futures lagen ebenfalls um mehr als 1 Prozent im Minus bei etwa 105 US-Dollar pro Barrel.

Inflationsdaten im Blick

Die Anleger bereiten sich auf eine Flut binnenwirtschaftlicher Datenveröffentlichungen in dieser Woche vor, die klarere Einblicke in das US-Inflationsbild und den Zinspfad bieten sollen. Den Auftakt macht die jährliche Inflationsrate für September, die am Mittwoch veröffentlicht wird.

Laut Konsensprognosen wird sie bei 3,7 Prozent erwartet – ein Anstieg gegenüber dem August-Wert von 3,4 Prozent. Die Kernverbraucherpreise, die Lebensmittel und Energie ausschließen, sollen annualisiert von 2,4 Prozent im August auf 2,5 Prozent steigen.

Auf die Inflationsdaten folgen am Donnerstag die monatlichen Produzentenpreisindizes (PPI) und die Einzelhandelsumsatzdaten für September. Diese Indikatoren gelten als wichtige Frühhinweise auf die Entwicklung der Verbraucherpreise und die Stärke der US-Konjunktur.

Für deutsche Anleger sind die Bewegungen am US-Anleihemarkt von hoher Bedeutung, da die Renditen der weltgrößten Volkswirtschaft als globaler Referenzmaßstab für Kapitalkosten gelten. Veränderungen bei den US-Renditen wirken sich auch auf die Attraktivität europäischer Anleihen und die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank aus.

Der Blick richtet sich nun auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten am Mittwoch und die daran anschließenden Konjunkturdaten. Sie dürften entscheidend dafür sein, wie die Federal Reserve ihren weiteren Zinspfad gestaltet und wie sich die Renditen am US-Anleihemarkt in den kommenden Wochen entwickeln.

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