US-Anleger halten ihr Pulver trocken
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Sorgen um das Verhältnis zu China, aber auch die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen bescherten der Wall Street heute Verluste. Auch der DAX hatte zuvor schon nachgegeben.
Nach einem über weite Strecken richtungslosen Handelsverlauf haben die US-Aktienmärkte leichter geschlossen. Vor allem nach der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle der letzten Zinssitzung der Notenbank Federal Reserve (Fed), den sogenannten "Minutes" verstärkten sich die Abgaben, blieben aber insgesamt im Rahmen. Zuvor hatten schon Sorgen um den jüngsten Handelskonflikt mit China um wichtige "Seltene Erden"-Rohstoffe für gedämpfte Stimmung gesorgt. Das Thema hatte heute auch schon den europäischen und asiatischen Handel gedämpft.
Am Ende schloss der Leitindex Dow Jones bei 34.288 Punkten um 0,38 Prozent schwächer. Auch der marktbreite S&P-500-Index gab moderat um 0,2 Prozent nach. Besser hielt sich die Technologiebörse Nasdaq, die den ganzen Tag mit ihren Schlusskursen gerungen hatte und am Ende 0,18 Prozent abgab. Der Auswahlindex Nasdaq 100 schaffte sogar fast noch einen leichten Gewinn, am Ende ging er nahezu unverändert bei 15.203 Punkten um knapp fünf Zähler niedriger aus dem Handel. Er profitierte von einigen erfreulichen Unternehmensnachrichten aus der Technologiebranche sowie von dem Umstand, dass Tech-Schwergewichte wie Meta und Nvidia Negativ-Schlagzeilen trotzten.
Aus den gut zwei Stunden vor Handelsschluss veröffentlichten Sitzungsprotokollen der jüngsten Zinssitzung der Notenbank Federal Reserve (Fed) vom 14. Juni ging hervor, dass die Bank nach der Zinspause Mitte Juni erneute Leitzinserhöhungen ins Visier nimmt. "Fast alle" Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss würden weitere Anhebungen im Jahr 2023 erwarten, heißt es in dem am Abend veröffentlichten Protokoll (Minutes). Schon damals hätten einige Mitglieder eine weitere Erhöhung befürwortet, sich dann jedoch der Mehrheitsmeinung für eine Pause angeschlossen.
Zuletzt waren immer wieder Sorgen aufgekommen, dass die Fed mit ihrem rigiden Zinskurs beim Kampf gegen die Inflation Gefahr läuft, die Konjunktur abzuwürgen. Diese Ängste stehen über fast jeder neuen Konjunkturzahl, die derzeit im späten Zinszyklus in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wird. Unter anderem müssen die Märkte sich im weiteren Wochenverlauf mit dem ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und den aktuellen Arbeitsmarktdaten auseinandersetzen.
Am Markt wird im Juli wieder mit einer weiteren Erhöhung des Leitzinses gerechnet. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed zur Festlegung der Zinssätze ist für den 25. und 26. Juli angesetzt.
