US-Aktienmärkte unter Druck: Intel-Warnung belastet Tech-Sektor
Die US-Börsen starten schwach in den Freitag. Intel-Aktien brechen nach enttäuschendem Ausblick um fast 13% ein, während geopolitische Spannungen die Anleger verunsichern. Gold erreicht Rekordhoch.

Die US-Aktienfutures zeigten sich am Freitag deutlich schwächer und steuern auf die zweite Verlustwoche in Folge zu. Um 12:57 Uhr deutscher Zeit notierten die Dow-E-Minis 0,22% im Minus, während S&P 500 und Nasdaq 100 Futures jeweils um 0,14% und 0,16% nachgaben.
Intel-Schock belastet Technologiesektor
Der Chiphersteller Intel sorgte für einen Paukenschlag: Die Aktie stürzte im vorbörslichen Handel um 12,8% ab, nachdem das Unternehmen für das laufende Quartal schwächere Umsätze und Gewinne als erwartet prognostizierte. Intel gab an, Schwierigkeiten bei der Befriedigung der Nachfrage nach Server-Chips für KI-Rechenzentren zu haben – ein Bereich, der eigentlich als Wachstumstreiber gilt. Trotz des aktuellen Rückschlags haben sich die Intel-Papiere seit Jahresbeginn um beachtliche 50% verteuert.
Auf der Gewinnerseite stand Nvidia mit einem Plus von 1,3%. Bloomberg News berichtete, dass chinesische Behörden heimische Tech-Giganten wie Alibaba, Tencent und ByteDance angewiesen hätten, sich auf Bestellungen für Nvidias H200 KI-Chips vorzubereiten.
Geopolitische Unsicherheit dämpft Risikobereitschaft
Die Märkte bleiben von den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump verunsichert. Seine Drohungen, Zölle gegen europäische Verbündete zu verhängen, falls die USA Grönland nicht kaufen dürften, hatten am Dienstag einen scharfen Ausverkauf ausgelöst. Obwohl Trump seine Rhetorik später abschwächte und eine gewaltsame Übernahme ausschloss, suchen Anleger weiterhin sichere Häfen.
Gold profitierte von dieser Flucht in Sicherheit und erreichte ein Rekordhoch. Das Edelmetall steuert auf den besten Wochengewinn seit fast sechs Jahren zu. Auch Silber glänzte: US-notierte Minenaktien wie Hecla Mining (+2%) und Coeur Mining (+0,7%) legten zu, während sich Silber der Marke von 100 US-Dollar pro Unze näherte.
Positive Impulse aus anderen Sektoren
Intuitive Surgical konnte um 3,3% zulegen, nachdem das Unternehmen dank steigender Nachfrage nach seinen chirurgischen Robotern die Gewinn- und Umsatzschätzungen für das vierte Quartal übertroffen hatte. Auch der Ölfeld-Dienstleister SLB verzeichnete ein Plus von 1% nach besser als erwarteten Quartalszahlen.
Entscheidende Woche steht bevor
In der kommenden Woche rücken die Quartalsberichte der "Magnificent Seven" in den Fokus. Apple, Tesla und Microsoft werden ihre Zahlen vorlegen – angesichts ihrer hohen Gewichtung in den Indizes werden diese Ergebnisse richtungsweisend sein. Investoren wollen prüfen, ob die hohen Bewertungen noch gerechtfertigt sind.
Die US-Notenbank Fed dürfte bei ihrer Sitzung nächste Woche die Zinsen unverändert bei 3,5% bis 3,75% belassen. Alle Augen richten sich auf Fed-Chef Jerome Powell, dessen Äußerungen Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs geben könnten. Das FedWatch-Tool der CME sieht die erste Zinssenkung derzeit für Juni vor.
Präsident Trump, der Powell wiederholt kritisiert hatte, kündigte an, bald seinen Kandidaten für den nächsten Fed-Vorsitz zu benennen. Heute erwarten Investoren noch die Geschäftstätigkeitsumfragen von S&P Global für Januar sowie die Verbraucherstimmung der University of Michigan.
