Unsicherheit prägt die Börsenlandschaft
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Die Börsenwelt zeigt sich derzeit von ihrer unsicheren Seite. Zinssorgen und der stetig steigende Ölpreis belasten den Aktienmarkt. Vor allem vor der anstehenden US-Leitzinsentscheidung zeigten sich Anleger zurückhaltend. Der DAX verzeichnete den dritten Handelstag in Folge Verluste und schloss gestern bei 15.664 Punkten, was einem Rückgang von 0,4 Prozent entspricht. Der MDAX hingegen blieb nahezu unverändert und schloss bei 26.904 Zählern.
Die Unsicherheit der Anleger wird durch die anhaltenden Zins- und Inflationssorgen verstärkt. Die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) trägt weiter zur Zurückhaltung bei. Obwohl Experten mehrheitlich davon ausgehen, dass die Leitzinsen stabil bleiben, wächst die Sorge, dass das aktuelle Zinsniveau für eine längere Zeit bestehen bleibt.
Parallel dazu steigen die Ölpreise weiterhin. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 95,22 US-Dollar, was einem Anstieg von 75 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,09 Dollar auf 92,50 Dollar. Die Ölpreise sind aufgrund von anhaltenden Angebotssorgen und der Hoffnung auf eine steigende Nachfrage aus China auf einem zehnmonatigen Höchststand.
Matthew Morgan, Manager beim US-Vermögensverwalter Jupiter, betonte, dass der Fokus der Anleger sich derzeit von einem Optimismus bezüglich der Kontrolle der Verbraucherpreise hin zu Befürchtungen über steigende Energiekosten verschiebt. Dies könnte die Inflationsrate weiter in die Höhe treiben.
Die US-Börsen zeigen ebenfalls eine Tendenz zur Schwäche. Der Dow Jones verlor 0,7 Prozent, während die Nasdaq um fast 0,8 Prozent nachgab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat kürzlich die Zinsen angehoben, während von der US-Notenbank kein weiterer Zinsschritt erwartet wird. Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, geht von einer Zinspause im September aus, erwartet jedoch, dass die Fed ihre Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen betont.
Die Inflationsrate in der Eurozone fiel im August leicht von 5,3 Prozent auf 5,2 Prozent. Die Industriestaaten-Organisation OECD bestätigte in einer aktuellen Prognose, dass die globalen Wirtschaftsaussichten eher düster sind. Für 2023 wird ein Wachstum von 3,0 Prozent erwartet, für 2024 jedoch nur 2,7 Prozent.
Am Devisenmarkt warten die Teilnehmer gespannt auf Signale von der US-Notenbank. Die Gemeinschaftswährung notierte am späten Nachmittag bei 1,0697 Dollar, wobei die EZB den Referenzkurs auf 1,0713 US-Dollar festlegte.
In anderen Nachrichten hat die Kaffeehaus-Kette Starbucks in den USA mit Klagen zu kämpfen, da einige ihrer Fruchtsaftgetränke die namensgebende Hauptzutat nicht enthalten. Google's Chatbot Bard wird Nutzern künftig helfen, falsche Fakten in den Antworten des KI-Systems zu erkennen. Die Aktie des Immobilienkonzerns Vonovia stieg um 3,6 Prozent, während die Aktien des Logistikers DHL Group um mehr als sechs Prozent fielen. Der chinesische Immobilienentwickler Sunac China Holdings hat in den USA Gläubigerschutz beantragt.
