Unsicherheit belastet Märkte weltweit
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt hat die neue Handelswoche mit deutlichen Verlusten begonnen. Der DAX fiel um 1,69 Prozent auf 22.620 Punkte und setzte damit seine Talfahrt vom Freitag fort. Zuvor hatte der Leitindex am Donnerstag ein Rekordhoch von 23.475 Punkten erreicht. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass der DAX sein Tagestief wieder leicht verlassen konnte und sich oberhalb der 21-Tage-Linie stabilisierte. Dennoch bleibt die Unsicherheit an den Märkten hoch.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor war die unvorhersehbare Handelspolitik der US-Regierung. Experten wiesen darauf hin, dass die Auswirkungen auf Wachstum und Inflation schwer abschätzbar seien. Zudem verlieren Zinsperspektiven an stützender Wirkung. Hinzu kam die Unsicherheit über milliardenschwere Finanzpakete für Verteidigung und Infrastruktur, die von Union und SPD geplant, aber noch nicht verabschiedet wurden. Eine Grundgesetzänderung wäre erforderlich, wofür die Zustimmung der Grünen nötig wäre. Diese verweigerten bisher ihre Unterstützung. Zudem könnte das Vorhaben durch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ausgebremst werden.
Auch die Wall Street zeigte sich schwach. Der Dow Jones verlor 1,2 Prozent, während der Nasdaq 100 über drei Prozent nachgab. Die nervöse Stimmung an den Märkten wurde durch die Kombination aus Inflations- und Wachstumssorgen verstärkt. Investmentstrategen warnten vor einer erhöhten Volatilität. Die expansive Haushaltspolitik Deutschlands wurde kritisch betrachtet, insbesondere mit Blick auf die wachsenden Staatsschulden. Die Renditen deutscher Anleihen stiegen zuletzt, was auf das Unbehagen der Märkte über die Finanzierungspläne der Regierung hindeutet.
Wirtschaftliche Daten aus Deutschland lieferten gemischte Signale. Während die Exporte im Januar im Vergleich zum Dezember um 2,5 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent sanken, verzeichnete die Industrieproduktion ein Plus von 2,0 Prozent. Dies war der stärkste Anstieg seit August. Der Euro hielt sich am späten Nachmittag stabil bei 1,0835 US-Dollar. Gold notierte mit 2.901 Dollar pro Feinunze leicht unter dem Niveau vom Freitag.
Bitcoin fiel unter die Marke von 80.000 Dollar, nachdem er in der Vorwoche zeitweise 95.000 Dollar erreicht hatte. Der von US-Präsident Donald Trump initiierte „Krypto-Gipfel“ enttäuschte die Erwartungen der Anleger. Die US-Regierung plant den Aufbau einer strategischen Bitcoin-Reserve, jedoch nicht durch Zukäufe am Markt, sondern durch beschlagnahmte Bestände aus Strafverfahren.
Die Aktie der Deutschen Börse setzte sich trotz des schwachen Marktumfelds positiv ab und erreichte ein neues Rekordhoch. Marktbeobachter führten dies auf die zunehmenden Kursschwankungen zurück, die die Handelsaktivitäten steigern. Seit Jahresbeginn legte die Aktie um fast 20 Prozent zu.
Das Biotechnologieunternehmen BioNTech geriet dagegen unter Druck. Hohe Investitionen in die Entwicklung von Krebsmedikamenten führten zu einem Nettoverlust von rund 700 Millionen Euro im Jahr 2024. Damit setzte sich der Negativtrend nach dem Abflauen des Geschäfts mit dem Covid-19-Impfstoff fort. Zum Vergleich: 2022 erzielte das Unternehmen noch einen Gewinn von 9,4 Milliarden Euro, 2023 waren es nur noch 930 Millionen Euro.
Der Autoabsatz in China zog im Februar wieder deutlich an. Mit 1,41 Millionen verkauften Fahrzeugen stieg die Zahl der Neuzulassungen um 26,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Zum dritten Mal in Folge wurden mehr Verbrennerfahrzeuge als Elektroautos verkauft. Im Januar war der Absatz um zwölf Prozent eingebrochen.
Der Autobauer Ford kündigte eine Finanzspritze von bis zu 4,4 Milliarden Euro für sein Europa-Geschäft an. Diese umfasst eine Kapitaleinlage zur Schuldentilgung der deutschen Tochter sowie Mittel für einen mehrjährigen Restrukturierungsplan. Das Unternehmen bekräftigte damit sein Bekenntnis zum Standort Köln.
Die LEG Immobilien AG kehrte in die Gewinnzone zurück. Die für das Unternehmen zentrale Kennzahl AFFO stieg um 10,6 Prozent auf 200,4 Millionen Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn von 68,9 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Verlust von knapp 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen.
