Unsicherheit an den Börsen vor Fed-Entscheidung
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Kurz vor der wichtigen Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben sich Anleger am Aktienmarkt vorsichtig zurückgezogen. Nach drei Tagen mit Kursgewinnen musste der DAX leichte Verluste hinnehmen. Er schloss um 0,4 Prozent tiefer bei 18.633 Punkten. Grund für die Zurückhaltung der Investoren ist die Unsicherheit über den Umfang des Zinsschritts, den die Fed morgen verkünden wird. Analysten erwarten eine Zinssenkung, doch das genaue Ausmaß ist noch unklar. Der Markt schwankt zwischen der Erwartung einer Senkung um 25 oder 50 Basispunkte.
Noch am Freitag hatte der DAX die Handelswoche mit einem Plus von 0,98 Prozent bei 18.699 Zählern beendet, was einem Wochengewinn von etwa zwei Prozent entsprach. Diese positive Entwicklung wird nun jedoch von der Unsicherheit über die Zinspolitik der Fed gebremst. Die Ankündigung einer Zinssenkung könnte den Markt in unterschiedliche Richtungen bewegen. Eine deutliche Senkung könnte einerseits eine neue Rally an den Börsen auslösen, andererseits aber auch Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilität der USA verstärken. Eine mildere Zinssenkung könnte die Rezessionssorgen mildern, aber gleichzeitig als Zeichen für ein zögerliches Vorgehen der Fed gewertet werden.
Auch an den US-Börsen zeigte sich die Unsicherheit. Während der Dow Jones zur Eröffnung auf ein Rekordhoch kletterte, verzeichnete der technologieorientierte Nasdaq 100 deutliche Verluste. Im Währungsmarkt führte die Erwartung einer Zinssenkung zu einer Abschwächung des US-Dollars, was den Euro auf 1,1128 Dollar steigen ließ. Auch der japanische Yen profitierte und erreichte zum Dollar den höchsten Stand seit einem Jahr.
Die Aussicht auf niedrigere Zinsen sorgte zudem für steigende Gold- und Ölpreise. Der Goldpreis erreichte mit 2.589,64 Dollar pro Feinunze ein Rekordhoch, sowohl in US-Dollar als auch in Euro. Die Ölpreise stiegen ebenfalls an, wobei ein Barrel Brent-Öl zur Lieferung im November auf 72,69 Dollar kletterte. Marktbeobachter verweisen auf die Situation in Libyen, wo politische Unruhen die Ölexporte behindern.
Zudem machten Unternehmen wie Volkswagen und Thyssenkrupp mit wichtigen Meldungen von sich reden. Volkswagen präsentierte auf der IAA Transportation einen neuen Bulli, während Thyssenkrupp und seine Stahltochter ein Gutachten zum Finanzbedarf in Auftrag gaben.
