Uniper rechnet nicht mit weiterem Kapitalbedarf vom Bund
Ausblick: Gaslieferverpflichtungen abgesichert, Gewinne in Sicht

Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper gab Entwarnung und erwartet bis zum nächsten Jahr keinen weiteren Bedarf an frischem Geld seitens des Bundes. Das Unternehmen, das Gas importiert, teilte mit, dass die Gaslieferverpflichtungen für 2023 und 2024 weitgehend abgesichert seien, unter anderem durch Termingeschäfte. Dies sorge für eine finanzielle Stabilität, die einen weiteren Finanzbedarf vorerst ausschließe. In der Vergangenheit hatte Uniper aufgrund der ausbleibenden Lieferungen aus Russland große Mengen Gas zu höheren Preisen am Markt kaufen müssen, was zu erheblichen Verlusten führte und den Einstieg des Bundes notwendig machte.
Nun zeigt sich Uniper zuversichtlich und meldet auf Grundlage vorläufiger Zahlen aus den Absicherungsgeschäften Gewinne vor Steuern von mehr als zwei Milliarden Euro. Die Verwendung dieser Gewinne soll in Absprache mit dem Bund erfolgen, der über 99 Prozent der Anteile an dem Energieversorger hält. Die neue Finanzchefin Jutta Dönges äußerte sich positiv und erklärte, dass Uniper seine Hausaufgaben gemacht habe und die Risiken aus den weggefallenen russischen Gasmengen schnell und umfassend reduziert habe. Dennoch bleibt das Unternehmen aufgrund der unsicheren Auswirkungen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine vorsichtig. Die Jahresprognose, nach der Uniper im Jahr 2023 sowohl im Tagesgeschäft als auch beim bereinigten Jahresüberschuss Gewinne erzielen soll, wurde bestätigt.
Jutta Dönges wurde im Zuge der Verstaatlichung im Dezember als Vertreterin des Bundes in den Aufsichtsrat von Uniper berufen und ist seit März für das Finanzressort im Vorstand verantwortlich. Der neue CEO, Michael Lewis, soll planmäßig am 1. Juni seine Position antreten, einen Monat früher als ursprünglich geplant.
Die Aktionäre von Uniper haben dem Rettungsplan durch den Bund zugestimmt. Das Unternehmen befindet sich weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit, da es eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung und den Gaspreisen spielt. Die Entwicklungen bei Uniper werden daher weiterhin mit großem Interesse verfolgt.
