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Unicredit zögert bei Commerzbank-Übernahme

Politische Unsicherheiten und Kritik prägen die Verhandlungen um die Fusion

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Unicredit zögert bei Commerzbank-Übernahme

Die italienische Bank Unicredit plant, eine mögliche Übernahme der Commerzbank erst nach den für Februar angesetzten vorgezogenen Bundestagswahlen weiterzuverfolgen. Bankchef Andrea Orcel erklärte auf einer Branchenkonferenz in London, dass das Unternehmen während der politischen Übergangsphase in Deutschland keine weiteren Schritte unternehmen werde. Orcel betonte zudem, dass das Hauptquartier der Unicredit auch nach einer Übernahme nicht nach Deutschland verlegt werde. Sollte diese Frage ein Problem darstellen, sei eine Übernahme möglicherweise nicht mit der Unternehmenskultur vereinbar.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sieht die Situation anders. Auf dem Frankfurt European Banking Congress erklärte sie, dass der Ausgang der Bundestagswahl keinen Einfluss auf eine mögliche Übernahme habe. Stattdessen sei das Management für die Entscheidungen verantwortlich. Bisher liegt nach ihren Angaben kein Übernahmeangebot vor, und viele Kunden der Commerzbank stehen einer solchen Entwicklung skeptisch gegenüber.

Unicredit-Chef Orcel hält dennoch an den Übernahmeplänen fest. Er bezeichnete die beiden Banken als ideal passende Partner und rechnet damit, dass innerhalb eines Jahres eine Entscheidung über eine vollständige Übernahme getroffen werden könnte. Bereits im November hatte Orcel die strategischen Vorteile einer Fusion hervorgehoben.

Die Pläne der Unicredit stoßen jedoch auf Kritik aus der deutschen Politik. Bundesfinanzminister Jörg Kukies äußerte auf einem Bankenkongress in Frankfurt deutliche Vorbehalte gegen das Vorgehen der Mailänder Bank. Er bezeichnete die Übernahmebemühungen als feindlich und intransparent und betonte, dass kein Land ein solches Verhalten bei einem potenziellen Übernahmeangebot für eine systemrelevante Bank tolerieren würde. Gleichzeitig hob Kukies hervor, dass Deutschland grundsätzlich offen für ausländische Investitionen sei. Er verwies auf die Präsenz von fünf ausländischen systemrelevanten Banken im deutschen Markt, darunter Unicredit, ING und Goldman Sachs.

Italiens zweitgrößte Bank hat über Finanzderivate bereits Zugriff auf bis zu 21 Prozent der Commerzbank-Anteile erlangt und plant, diesen Anteil auf bis zu 29,9 Prozent zu erhöhen. Hierfür wurde ein entsprechender Antrag bei den Aufsichtsbehörden der Europäischen Zentralbank gestellt. Die Commerzbank selbst lehnt jedoch weiterhin eine Übernahme ab und strebt an, unabhängig zu bleiben.

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