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Unicredit plant Aufstockung bei der Commerzbank

Weitere Aktienkäufe möglich, staatliche Anteile jedoch vorerst durch Sperrfrist blockiert

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Unicredit plant Aufstockung bei der Commerzbank

Die italienische Großbank Unicredit hat Interesse an einer Aufstockung ihrer Beteiligung an der Commerzbank signalisiert. Unicredit-Chef Andrea Orcel erklärte in einem Interview mit Bloomberg Television, dass sein Unternehmen unter den richtigen Bedingungen bereit sei, die vom deutschen Staat noch gehaltenen Anteile an der Commerzbank zu erwerben. Gleichzeitig betonte er, dass eine vollständige Übernahme der Commerzbank nicht die einzige Option sei. Es könnten auch ohne eine solche Fusion Fortschritte erzielt werden. Orcel unterstrich, dass der Einstieg von Unicredit die Basis für weitere Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit oder ein Zusammengehen bilde.

Die Nachrichten über ein mögliches Interesse von Unicredit führten zu einem spürbaren Kursanstieg der Commerzbank-Aktien. Am Donnerstag verzeichneten die Titel einen Zuwachs von bis zu 3,1 Prozent und erreichten zeitweise einen Wert von 15,14 Euro. Bereits am Vortag hatten die Aktien der Commerzbank einen Anstieg von 16,5 Prozent verzeichnet, nachdem bekannt wurde, dass Unicredit inzwischen neun Prozent der Anteile am deutschen Finanzinstitut besitzt. Diese Entwicklung wurde auch von der US-amerikanischen Bank JP Morgan unterstützt, die ihre Bewertung der Commerzbank-Aktien von „Neutral“ auf „Overweight“ anhob.

Analysten spekulieren nun, dass Unicredits Vorstoß eine neue Welle von Konsolidierungen in der europäischen Bankenlandschaft auslösen könnte. Banken, die in der Vergangenheit bereits als potenzielle Übernahmeziele gehandelt wurden, könnten von dieser Entwicklung profitieren. Dazu zählen neben der Commerzbank auch Institute wie die niederländische ABN Amro und die italienische Banco BPM, deren Aktien ebenfalls Zuwächse verzeichneten. Die Papiere von ABN Amro stiegen um 3,4 Prozent, während die von Banco BPM um 2,8 Prozent zulegten.

Der Bund, der im Zuge der Finanzkrise 2008 Anteile an der Commerzbank erworben hatte, hält noch zwölf Prozent der Aktien. Unicredit hatte den größten Teil ihrer Anteile direkt vom Bund erworben, während ein weiterer Teil über die Börse erworben wurde. Laut dem Bundesfinanzministerium besteht jedoch eine dreimonatige Sperrfrist, bevor weitere Anteile der Commerzbank vom Staat verkauft werden dürfen. Die Gewerkschaft Verdi hat bereits angekündigt, Widerstand gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit zu leisten. Auch innerhalb der Commerzbank selbst gibt es Insider-Berichte, dass das Management eine Übernahme abwehren will.

UniCreditCommerzbankDeutschlandÜbernahme

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