UniCredit verkauft russisches Leasingportfolio
Transaktion erleichtert Rückzug und umgeht komplexe Vorgaben des russischen Marktes

UniCredit setzt ihren Rückzug aus dem russischen Markt fort und veräußert das vollständige langfristige Portfolio der Tochtergesellschaft UniCredit-Leasing an das russische Unternehmen Pr-Leasing. Dies berichtete die italienische Tageszeitung Il Corriere della Sera unter Verweis auf Angaben der Wirtschaftszeitung Kommersant. Das übertragene Portfolio umfasst Verträge im Umfang von 3 Milliarden RUB, was rund 34 Millionen EUR entspricht. Die Struktur der Transaktion sieht vor, dass die Zahlungen an den US-Dollar gekoppelt werden. Pr-Leasing finanzierte den Erwerb teilweise über die Ausgabe von Anleihen in virtueller Währung, deren Tilgung mit den Zahlungsströmen aus den übernommenen Leasingverträgen verknüpft ist.
Die Vorgehensweise ähnelt laut Il Corriere den Schritten, die Intesa Sanpaolo bei ihrem eigenen Rückzug aus Moskau wählte. Für UniCredit bietet dieses Modell die Möglichkeit, den operativen Aufwand sowie potenzielle Verluste zu begrenzen. Ein direkter Verkauf einer russischen Tochtergesellschaft hätte zahlreiche Genehmigungen erfordert, darunter die Zustimmung des Präsidenten der Russischen Föderation sowie behördliche Freigaben. Zudem wären regulatorische Auflagen für ausländische Aktionäre zu berücksichtigen gewesen, wie die Begrenzung des Verkaufspreises auf maximal 40 % des Marktwerts und die Verpflichtung zur Zahlung eines Beitrags von 35 % an den russischen Staatshaushalt.
Beim Verkauf eines Portfolios greifen diese Vorgaben nicht, wodurch der Prozess beschleunigt und vereinfacht wird. Pr-Leasing, das zum Fonds Simple Solutions Capital gehört, bestätigte den Abschluss der Vereinbarung, ohne Angaben zum Kaufpreis zu machen. Nach Daten des Analysehauses Expert Ra belegte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 mit einem Neugeschäftsvolumen von 3,16 Milliarden RUB den 29. Platz im russischen Leasingmarkt.
Parallel zur Portfolioveräußerung kommt es zu mehreren Rücktritten in der russischen UniCredit-Organisation. Der Präsident von UniCredit Russland, Kirill Zhukov-Emelyanov, legte sein Amt nieder. Ebenso traten Vadim Aparhov, Vorstandsmitglied und Leiter für Corporate und Investments, sowie die operative Direktorin Yulia Petrova zurück. Die personellen Veränderungen unterstreichen den schrittweisen operativen Rückzug der Gruppe aus Russland.
Damit setzt UniCredit den bereits eingeschlagenen Kurs fort, die Präsenz in Russland systematisch zu reduzieren. Der Verkauf des Leasingportfolios markiert einen weiteren Schritt zur Minimierung der Risiken, die mit dem dortigen Geschäft verbunden sind, und schafft zugleich Klarheit über den künftigen Umfang der Aktivitäten am Standort Moskau.
