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UniCredit steigt groß bei Commerzbank ein

Italienische Bank sichert sich neun Prozent und plant mögliche Anteilsaufstockung

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UniCredit steigt groß bei Commerzbank ein

Die italienische Großbank UniCredit hat sich überraschend einen Anteil von neun Prozent an der Commerzbank gesichert. Dies geschah im Zuge eines Aktienverkaufs des Bundes, bei dem UniCredit das höchste Gebot von 13,20 Euro pro Aktie abgab. Der Verkauf erbrachte dem deutschen Staat einen Erlös von insgesamt 702 Millionen Euro. Besonders bemerkenswert ist, dass das gesamte Paket an die UniCredit ging, was in Finanzkreisen als ungewöhnlich bewertet wurde. Darüber hinaus deuteten die Italiener an, dass sie weiteres Interesse an einer Ausweitung ihres Anteils haben könnten. Bereits jetzt ist die UniCredit durch ihre Tochtergesellschaft HypoVereinsbank stark in Deutschland vertreten.

Neben dem vom Bund erworbenen Aktienpaket hat UniCredit auch am freien Markt zusätzliche Anteile der Commerzbank erworben, sodass sie nun insgesamt neun Prozent der Bank kontrolliert. Das italienische Institut erklärte, dass es in Zusammenarbeit mit der Commerzbank Möglichkeiten zur Wertsteigerung für die Aktionäre beider Banken erörtern werde. Sollte eine Ausweitung des Anteils auf mehr als 9,9 Prozent angestrebt werden, seien gegebenenfalls regulatorische Genehmigungen erforderlich. Diese Entwicklungen sorgten an der Börse für Aufsehen, und die Aktie der Commerzbank verzeichnete kurzzeitig einen Wertzuwachs von über 17 Prozent.

Eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit wird an den Finanzmärkten heftig diskutiert. Sollte UniCredit eine solche Kontrolle anstreben, wäre der deutsche Staat, der noch rund zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile hält, von zentraler Bedeutung. Laut einer Sprecherin des Bundesfinanzministeriums ist der Staat dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Unklar ist jedoch, ob dies auch für die restlichen Anteile gilt, die der Staat seit der Finanzkrise 2008/2009 hält. Es wird erwartet, dass vor einer möglichen Ausweitung der Beteiligung durch UniCredit eine kartellrechtliche Prüfung erforderlich wäre.

Aktuell ist der Bund jedoch aufgrund einer 90-tägigen Sperrfrist nicht in der Lage, weitere Aktienpakete zu verkaufen. Diese Frist wurde nach dem Verkauf der Anteile an die UniCredit festgelegt. Über den weiteren Verkauf der verbleibenden Anteile wird der interministerielle Lenkungsausschuss zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Inmitten dieser Entwicklungen gab die Commerzbank zudem bekannt, dass Vorstandschef Manfred Knof seinen Vertrag nicht verlängern wird und das Unternehmen Ende Dezember 2025 verlässt.

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