Ungewissheit über US-Iran-Politik belastet Börsen
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An den internationalen Finanzmärkten sorgte die Unsicherheit über ein mögliches militärisches Eingreifen der USA im Konflikt zwischen Israel und dem Iran am Mittwoch für Zurückhaltung. Der DAX gab um 0,5 Prozent nach und schloss bei 23.317 Punkten. Damit notiert der deutsche Leitindex 4,7 Prozent unter seinem Rekordhoch von Anfang Juni.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich auf Nachfrage zu einem möglichen Militärschlag gegen iranische Nuklearanlagen ausweichend: „Niemand weiß, was ich tun werde.“ Die fehlende Klarheit wurde an den Märkten mit Skepsis aufgenommen. In den USA verlor der Dow Jones leicht um 0,1 Prozent auf 42.171 Punkte. Der Nasdaq 100 blieb nahezu unverändert bei 21.719 Punkten.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beließ den Leitzins erwartungsgemäß unverändert, hob jedoch ihre Inflationserwartung auf 3,0 Prozent an. Hintergrund ist laut Fed die aktuelle Zollpolitik der Vereinigten Staaten. Für das laufende Jahr wurden weiterhin zwei Zinssenkungen in Aussicht gestellt.
Neue Konjunkturdaten zeigten einen Rückgang der Baubeginne im Mai um 9,8 Prozent. Auch die Zahl der Baugenehmigungen sank um zwei Prozent. Belastet wird der Bausektor unter anderem durch hohe Materialkosten, die unter anderem auf US-Zölle auf Holz, Aluminium und Stahl zurückgeführt werden. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken erwartungsgemäß leicht um 5.000 auf 245.000.
Der Euro fiel im Zuge der Fed-Entscheidung unter 1,15 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,1471 Dollar. Am Ölmarkt sorgten schwankende Spekulationen über einen US-Angriff auf den Iran sowie stark gesunkene US-Rohölvorräte für Kursbewegungen. Die Sorte Brent gab am Abend um 0,8 Prozent auf 75,25 Dollar je Barrel nach. Die US-Rohölbestände waren um 11,5 Millionen Barrel auf 420,9 Millionen gesunken – Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von 2,5 Millionen gerechnet.
Der Goldpreis gab leicht nach und notierte bei 3.373 US-Dollar pro Feinunze, ein Rückgang um 0,4 Prozent.
Amazon kündigte an, dass der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz künftig zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl führen werde. Vorstandschef Andy Jassy erklärte, man erwarte durch KI-Einsatz Effizienzgewinne im gesamten Konzern.
Die Airbus-Aktie gehörte zu den stärksten Titeln im DAX. Das Unternehmen kündigte an, künftig zwischen 30 und 50 Prozent des Jahresüberschusses als Dividende auszuschütten. Zuvor lag die Quote bei 30 bis 40 Prozent.
Beiersdorf verlor weiter an Wert. Belastend wirkten zwei Analystenbewertungen: Die Bank of America beendete ihre Kaufempfehlung, die DZ Bank strich das Papier von ihrer Ideenliste.
Bei Thyssenkrupp sprach sich der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Kerner gegen eine Vertragsverlängerung von Vorstandschef Miguel Lopez aus.
Der Vorstand von ProSiebenSat.1 bewertete das Übernahmeangebot des tschechischen Großaktionärs PPF mit 7,00 Euro pro Aktie als nicht ausreichend. Das konkurrierende Angebot von MFE liegt rechnerisch 21,7 Prozent darunter.
Die Deutsche Pfandbriefbank kündigte an, sich wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit vollständig aus dem US-Markt zurückzuziehen. Für das laufende Jahr wird mit einem Verlust gerechnet, die Prognose wurde zurückgenommen.
Spekulationen über eine mögliche Übernahme sorgten erneut für Kursgewinne bei Gerresheimer. Das Unternehmen bestätigte laufende Gespräche zwischen KPS Capital Partners und Warburg Pincus, ohne nähere Angaben zum weiteren Verlauf zu machen.
