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Uneinheitliche Wall Street vor Zinsentscheid

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Uneinheitliche Wall Street vor Zinsentscheid

Die Wall Street präsentierte sich am Vortag des Zinsentscheids der Notenbank und der Veröffentlichung neuer Inflationsdaten uneinheitlich. Während Technologieaktien zulegten, mussten Standardwerte Verluste hinnehmen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,31 Prozent tiefer bei 38.747 Punkten. Im Gegensatz dazu verzeichnete der S&P 500, der sowohl Technologie- als auch Standardaktien umfasst, ein Plus von 0,27 Prozent und erreichte mit 5.375 Punkten einen neuen Höchststand. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,88 Prozent auf 17.343 Punkte und markierte ebenfalls ein Rekordhoch.

Diese Zweiteilung an den US-Börsen setzte sich fort, da Technologieaktien, angeführt von Nvidia, durch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) beflügelt wurden. Im Gegensatz dazu herrscht bei den Standardaktien seit einiger Zeit Tristesse. Der gesamte Markt hofft auf Zinssenkungen der Notenbank. Investoren erwarten am "Super-Mittwoch" den US-Inflationsbericht für Mai und den Zinsentscheid der Federal Reserve. Eine höhere Inflationsrate könnte die Hoffnungen auf eine Zinssenkung dämpfen.

Apple erreichte ein neues Rekordhoch, nachdem Analysten die kürzlich vorgestellte KI-Strategie des Unternehmens positiv bewertet hatten. Die Aktien stiegen auf 207,16 Dollar und schlossen fast unverändert bei 207,15 Dollar, ein Plus von 7,26 Prozent. Analysten sehen in der Integration von KI-Anwendungen wie ChatGPT in Apple-Produkte ein erhebliches Umsatzpotenzial. Auch der Softwarekonzern Oracle konnte nachbörslich um fast zehn Prozent zulegen, obwohl die Markterwartungen verfehlt wurden. Das Unternehmen kündigte zweistellige Wachstumsraten für das neue Geschäftsjahr an, getrieben durch die hohe Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten für KI.

Der DAX litt unter den politischen Unsicherheiten nach den Europawahlen und der bevorstehenden US-Zinssitzung, er schloss 0,68 Prozent tiefer bei 18.369 Punkten. Der MDAX und der EuroStoxx 50 verzeichneten ebenfalls Verluste. Besonders stark unter Druck standen französische Staatstitel, was sich auf die Renditen auswirkte. Zehnjährige Anleihen rentierten auf einem Höchststand seit November 2023, bevor sich die Lage am Rentenmarkt stabilisierte.

Die politische Lage in Frankreich nach den Europawahlen, die einen deutlichen Rechtsruck zeigten, belastete den Euro und die Märkte weiter. Präsident Macron kündigte vorgezogene Neuwahlen an, was die Unsicherheit erhöhte. Analysten befürchten, dass dies die Haushaltskonsolidierung gefährden könnte, was sich negativ auf die Kreditwürdigkeit Frankreichs auswirken könnte.

Die deutschen Industriefirmen sprachen sich mehrheitlich für Strafzölle auf chinesische Elektroautos aus, sollte die EU-Kommission unlautere Subventionen feststellen. Im Bankensektor litten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank besonders unter der politischen Unsicherheit. Covestro hingegen profitierte von Übernahmefantasien durch den staatlichen Ölkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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