ANZEIGE

Unaufhaltsamer Bilanzabbau der Fed

Suche nach dem optimalen Zeitpunkt: Reserven und globale Unsicherheiten im Fokus

2 Min
Unaufhaltsamer Bilanzabbau der Fed

Die Federal Reserve (Fed), die US-amerikanische Zentralbank, steuert weiterhin einen straffen geldpolitischen Kurs, trotz der wachsenden Unsicherheiten und Herausforderungen, die die globale Wirtschaft prägen. Der Abbau ihrer beträchtlichen Bilanz, ein Prozess, der im vergangenen Jahr eingeleitet wurde, zeigt dabei keine Anzeichen einer Verlangsamung oder eines Stopps. Das Management betont die fortwährende Berücksichtigung von Risiken und die proaktive Haltung der Institution, während die Reserven des Bankensystems behutsam analysiert werden.

Roberto Perli, Manager beim New Yorker Ableger der Fed und verantwortlich für die Umsetzung der Geldpolitik in Bezug auf die Handhabung von Wertpapieren und Devisenbeständen aus Offenmarktgeschäften, unterstrich, dass die Notenbank kontinuierlich Risiken und Ungewissheiten bewertet. Es gibt zwar einen Konsens darüber, dass der Bilanzabbau irgendwann gedrosselt und schlussendlich pausiert werden sollte, jedoch bleibt der genaue Zeitpunkt dieser geldpolitischen Kursänderung vorerst unklar und hängt stark von der Entwicklung der Reserven im Bankensystem ab.

Die Implementierung des Bilanzabbaus wurde ins Leben gerufen, um die Liquidität im Finanzsystem strategisch zu reduzieren. Ein Schlüsselaspekt dieses Prozesses ist das Auslaufenlassen von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS), die während der wirtschaftlichen Unsicherheit der Corona-Pandemie massiv erworben wurden, um die Konjunktur zu stabilisieren. Die Fed hat bisher keine Ersetzungen für die Wertpapiere bereitgestellt, die ausgelaufen sind, und hat dadurch Wertpapiere im Umfang von annähernd einer Billion Dollar aus der Bilanz entfernt.

Ziel ist es, über diesen Mechanismus die Wirtschaft zu bremsen und gleichzeitig den Preisauftrieb zu mildern, indem dem Finanzsystem Liquidität entzogen wird. Dabei spielen die Zinserhöhungskurse, die parallel zum Bilanzabbau verfolgt werden, eine wesentliche Rolle und dienen als flankierende Maßnahme zur Unterstützung dieser geldpolitischen Strategie. Während dieser Prozess unvermindert voranschreitet, liegt die Herausforderung der Fed darin, einen Punkt zu finden, an dem "ausreichende" Reserven gewährleistet sind und eine sanfte Transition in die Phase der Verlangsamung und des Stoppens des Bilanzabbaus eingeleitet werden kann, ohne das fragile Gleichgewicht des Wirtschaftssystems zu stören.

Federal Reserve Bank FEDGeldpolitikKrediteZinsen

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer