Überraschender Inflationsrückgang im Euroraum
Wie die EZB auf die unerwartete Entwicklung und die Wirtschaft reagieren könnte

Die Inflation im Euroraum hat im September überraschend deutlich abgenommen, was auf die Zinserhöhungen der EZB zurückzuführen ist. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 4,3 Prozent, der niedrigste Wert seit Oktober 2021. Dieser Rückgang war stärker als erwartet, da Volkswirte mit einer Teuerung von 4,5 Prozent gerechnet hatten. Die Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, sank ebenfalls auf 4,5 Prozent.
Experten deuten diesen Rückgang als möglichen Höhepunkt der Inflation und sehen Argumente dafür, den Zinserhöhungszyklus zu beenden, um die schwache Konjunktur im Euroraum zu stützen. Die EZB hatte die Zinsen zehn Mal in Folge erhöht und den Einlagensatz auf das höchste Niveau seit 1999 angehoben. Trotz des anhaltend hohen Inflationsziels von über zwei Prozent erwarten Volkswirte nun, dass der Zinsgipfel erreicht ist.
Allerdings gehen Experten nicht von schnellen Zinssenkungen aus, da die Inflationsrate immer noch relativ hoch ist. Die nächste Zinssitzung ist für den 26. Oktober geplant. In Italien hingegen beschleunigte sich die Inflation im September überraschend, während Deutschland eine niedrigere Inflationsrate verzeichnete, hauptsächlich aufgrund von statistischen Basiseffekten. Es bleibt abzuwarten, wie die EZB auf diese Entwicklungen reagieren wird.
