UBS stoppt die 1,4-Milliarden-Dollar-Übernahme des Robo-Advisors Wealthfront
Der im Januar angekündigte Deal hätte die Präsenz der Schweizer Bank in der US-Vermögensverwaltung verstärkt

Die Schweizer Bank UBS und der US-amerikanische Robo-Advisor Wealthfront haben ihre 1,4 Milliarden Dollar schwere Übernahmevereinbarung nur gut acht Monate nach der Ankündigung des Zusammenschlusses gekündigt, teilten die Unternehmen am Freitag mit.
Damit wird die größte Akquisition von UBS seit der Finanzkrise 2008 abgebrochen. Der Kauf wurde auch als Absichtserklärung von Konzernchef Ralph Hamers gewertet, die Präsenz der Bank im US-Vermögensverwaltungsmarkt auszubauen.
"UBS hält an ihren Wachstumsplänen in den USA fest und wird ihr digitales Wealth-Management-Angebot weiter ausbauen", so UBS in einer Mitteilung.
Die Unternehmen nannten keine Gründe für die Beendigung der Transaktion, doch die Nachricht kommt nach einem starken Rückgang der Bewertungen von Finanztechnologieunternehmen seit der Ankündigung der Bargeldtransaktion im Januar.
Der Geschäftsführer von Wealthfront, David Fortunato, sagte, dass die beiden Unternehmen immer noch nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit suchten und dass UBS seinem Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 70 Millionen Dollar zu einer Bewertung von 1,4 Milliarden Dollar gewährt habe.
"Ich freue mich sehr über den weiteren Weg von Wealthfront als unabhängiges Unternehmen und bin stolz darauf, Ihnen mitteilen zu können, dass wir dank der harten Arbeit unseres Teams und des Vertrauens, das Sie in uns setzen, in den nächsten Monaten einen positiven Cashflow und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielen werden", so Fortunato.
Der Kauf von Wealthfront, das Bankdienstleistungen und Finanzberatung automatisiert anbietet, sollte in der zweiten Hälfte dieses Jahres abgeschlossen werden.
Wealthfront ist bei Millennials und Kunden der Generation Z beliebt und wurde 2008 unter dem Namen kaChing gegründet. Es wurde vom ehemaligen Partner von Benchmark Capital, Andy Rachleff, ins Leben gerufen und richtete sich an Privatanleger, die erfolgreiche Anlageportfolios verfolgen und nachbilden wollten.
Nachdem die Übernahme von Wealthfront im Januar vereinbart wurde, ernannte UBS Iqbal Khan zum alleinigen Leiter ihrer wichtigsten Vermögensverwaltungseinheit.
