UBS senkt S&P-500-Ziel 2026 wegen Nahostkonflikt-Risiken
Steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheiten zwingen UBS zur Revision ihrer Kursziele für den US-Leitindex.

UBS Global Wealth Management hat sein Kursziel für den S&P 500 für das Jahr 2026 gesenkt. Als Hauptgrund nennt die Schweizer Großbank die anhaltend hohen Ölpreise infolge des Nahostkonflikts, die das US-Wirtschaftswachstum belasten und die Inflation anheizen könnten. Die Anpassung wurde in einer Mitteilung vom 6. April bekannt gegeben.
Konkret reduzierte UBS das Jahresendziel 2026 von 7.700 auf 7.500 Punkte. Das Ziel für die Jahresmitte wurde ebenfalls nach unten korrigiert – von 7.300 auf 7.000 Punkte. Trotz dieser Senkung impliziert die aktuelle Prognose ausgehend vom letzten Schlusskurs des S&P 500 von 6.611,83 Punkten noch immer ein Aufwärtspotenzial von rund 13,43 Prozent.
Der S&P 500 steht seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar unter Druck. Seit diesem Datum hat der Referenzindex rund 3,9 Prozent an Wert verloren, da steigende Ölpreise und geopolitische Risiken Anleger dazu veranlassten, sich aus Aktien zurückzuziehen.
UBS-Basisszenario: Konflikt klingt in den kommenden Wochen ab
In ihrem Basisszenario geht UBS davon aus, dass der Nahostkonflikt in den kommenden Wochen abklingen wird, was eine schrittweise Wiederaufnahme der Energieströme ermöglichen würde. Allerdings warnt die Bank, dass die Wiederherstellung der Ölproduktion auf das Niveau vor dem Konflikt deutlich länger dauern dürfte. Angesichts weit verbreiteter Infrastrukturschäden und der Zeit, die für die Rückkehr zur vollen Kapazität benötigt wird, könnten die Ölpreise erhöht bleiben.
„Höhere Energiepreise dürften das Wirtschaftswachstum leicht belasten und den Inflationsdruck tendenziell hoch halten. Dies wiederum wird wahrscheinlich den Zeitpunkt für weitere Zinssenkungen der Federal Reserve verzögern", erklärte UBS in ihrer Mitteilung. Für Anleger bedeutet dies: Die erhoffte geldpolitische Lockerung durch die US-Notenbank könnte sich weiter nach hinten verschieben.
Fed-Zinssenkungen erst im Herbst erwartet
Bereits im vergangenen Monat hatte UBS ihre Erwartungen für Fed-Zinssenkungen nach hinten verschoben. Die Bank prognostiziert nun zwei Senkungen um jeweils 25 Basispunkte – im September und im Dezember. Zuvor hatte UBS Zinssenkungen bereits im Juni und September erwartet. Diese Verschiebung spiegelt die veränderte Inflations- und Wachstumsdynamik wider, die durch den Nahostkonflikt ausgelöst wurde.
Trotz der Zielkorrekturen hält UBS an ihrer positiven Grundeinschätzung für US-Aktien fest. Die Bank bekräftigte ihre Einstufung „Attraktiv" für den US-Aktienmarkt und beließ ihre Gewinnprognose für den S&P 500 im Jahr 2026 unverändert bei 310 US-Dollar je Aktie.
Langfristiger Optimismus bleibt bestehen
Für die mittelfristige Perspektive zeigt sich UBS weiterhin zuversichtlich. „Sobald die negativen Auswirkungen des Krieges nachlassen, erwarten wir, dass die Aktienmärkte durch eine Kombination aus weiterhin solidem Gewinnwachstum, einer grundsätzlich unterstützenden Fed – selbst wenn die Lockerung der Geldpolitik verzögert wird – sowie der fortschreitenden Einführung und Monetarisierung von KI gestützt werden", so die UBS.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder S&P-500-ETFs investiert sind, verdeutlicht die UBS-Revision die aktuellen Risiken: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, erhöhte Energiepreise und eine zögerlichere Fed können die Kursentwicklung kurzfristig dämpfen. Langfristig sieht UBS jedoch strukturelle Treiber wie das KI-Wachstum als stabilisierende Faktoren für den US-Markt.
