UBS holt Ex-Chef Ermotti zurück an die Spitze
Bankenfusion und Jobabbau erwartet - Ermotti als krisenerprobter Manager geholt

Die UBS hat ihren ehemaligen Chef Sergio Ermotti zurückgeholt, um die Integration der Credit Suisse zu leiten. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass Ermotti als krisenerprobt gilt und die Herausforderungen des Zusammenschlusses bewältigen kann. Ermotti löst Ralph Hamers, der nur zweieinhalb Jahre im Amt war, an der UBS-Konzernspitze ab. Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ist die größte Bankenfusion in Europa seit der Finanzkrise vor 15 Jahren und bedeutet das Ende für die 167 Jahre alte Credit Suisse. In der Folge dürften Tausende Arbeitsplätze wegfallen, vor allem im Inlandsgeschäft und Investmentbanking der Credit Suisse. Analysten sind jedoch zuversichtlich, dass Ermotti aufgrund seiner Erfahrung beim Abbau der Investmentbank von UBS nach der Finanzkrise 2008 für diese Aufgabe gut gerüstet ist.
In der Schweiz sind die Reaktionen auf die Übernahme überwiegend negativ. Politiker und die breite Öffentlichkeit befürchten, dass der Wettbewerb leidet, Tausende von Stellen abgebaut werden und die Schweiz den neuen Giganten UBS im Notfall kaum mehr retten könnte. Zudem wird sich die Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft von einem einzigen Kreditgeber vergrößern. Der neue Chef steht nun vor der großen Herausforderung, zwei Banken mit komplexen Bilanzen und mehr als 120.000 Mitarbeitern zusammenzuführen. Der UBS-Verwaltungsrat hatte offenbar Zweifel, ob Hamers der richtige Mann für die Mammutaufgabe der Credit-Suisse-Integration ist.
Ermotti hat die UBS zuvor neun Jahre lang erfolgreich geleitet und die Bank nach der Finanzkrise neu positioniert. Er hatte das Investmentbanking verkleinert und für einen kulturellen Wandel in der Bank gesorgt. Ermotti begann seine Laufbahn in der Finanzindustrie mit einer Banklehre bei einer kleinen Lokalbank im Tessin und arbeitete sich über verschiedene Stationen bei Citibank und Merrill Lynch bis zur UBS hoch. Er wird während einer Übergangsphase von Hamers beratend zur Seite stehen, um einen erfolgreichen Abschluss der Transaktion und eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten. An der Börse wurde die Entscheidung positiv aufgenommen: Bis zum Mittag legten die Aktien um rund zwei Prozent zu.
