UBS-Chef Ermotti plant Rücktritt im April 2027
Sergio Ermotti, CEO der UBS Group, will nach Abschluss der Credit-Suisse-Integration im April 2027 zurücktreten. Der erfahrene Banker kehrte 2023 eigens für die Mega-Fusion zurück.

Der langjährige UBS-Chef Sergio Ermotti plant laut einem Bericht der Financial Times seinen Rücktritt für April 2027. Der Schweizer Banker war 2023 eigens zurückgekehrt, um die historische Übernahme und Integration der Credit Suisse zu steuern.
Ermotti hatte die UBS bereits von 2011 bis 2020 geführt und dabei geholfen, die Bank nach der globalen Finanzkrise wieder aufzubauen. Seine Rückkehr 2023 erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Schweizer Regierung hatte die Notfallübernahme der angeschlagenen Credit Suisse durch die UBS orchestriert, um einen Zusammenbruch des Schweizer Finanzsystems zu verhintern.
Integration läuft nach Plan
Die UBS strebt an, die Integration der Credit Suisse bis Ende 2026 "im Wesentlichen" abzuschließen. Ermotti hatte sich 2024 verpflichtet, die Bank "zumindest" so lange zu führen, bis dieser Prozess Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen ist. Die Aktien der UBS sind im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent gestiegen und haben sich seit der Übernahme mehr als verdoppelt.
Nachfolge bereits im Fokus
Laut Financial Times hat sich Aleksandar Ivanovic, Leiter des Asset Managements der UBS, als wahrscheinlichster Nachfolger herauskristallisiert. Weitere Kandidaten sind Robert Karofsky, Präsident für Amerika, Iqbal Khan, Chef für den asiatisch-pazifischen Raum, sowie Bea Martin, die im Oktober zur Chief Operating Officer ernannt wurde.
Spannungen mit Schweizer Regierung
Der Bericht erscheint zu einem heiklen Zeitpunkt: Die UBS kämpft gegen Vorschläge der Schweizer Regierung zur Verschärfung der Bankenregulierung. Ermotti hatte Ende 2024 erklärt, die Kapitalvorschläge seien für die Bank nicht akzeptabel, betonte aber gleichzeitig, dass die UBS weiterhin von der Schweiz aus operieren wolle.
Die UBS lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die größte Schweizer Bank ist durch die Credit-Suisse-Übernahme zu einem noch bedeutenderen systemischen Risiko für die Schweizer Wirtschaft geworden, was die regulatorischen Diskussionen zusätzlich anheizt.
