Uber-Aktie bricht ein: Gewinnprognose verfehlt Erwartungen deutlich
Höhere Steuern und günstigere Fahrten belasten die Margen des Ride-Hailing-Riesen.

Die Uber-Aktie verlor im vorbörslichen Handel über 8 Prozent, nachdem das Unternehmen enttäuschende Gewinnprognosen vorgelegt hatte. Für das erste Quartal 2026 erwartet der Fahrdienstvermittler einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 65 und 72 Cent – deutlich unter den Analystenerwartungen von 76 Cent. Bereits im vierten Quartal 2025 verfehlte Uber mit 71 Cent je Aktie die Schätzungen von 79 Cent.
Als Hauptgründe für die schwächere Profitabilität nannte das Unternehmen einen höheren Steuersatz und Investitionen in günstigere Fahroptionen. Der bereinigte effektive Steuersatz soll 2026 zwischen 22 und 25 Prozent liegen. "Unser Steuerprofil spiegelt unsere Geschäftsaktivitäten in über 70 Ländern wider und ist vergleichbar mit dem großer US-amerikanischer multinationaler Konzerne", erklärte Uber.
Die Strategie des Unternehmens, verstärkt auf Erschwinglichkeit zu setzen, zeigt erste Erfolge beim Wachstum. Die Fahrten stiegen im vierten Quartal um 22 Prozent, da mehr Verbraucher auf günstigere Angebote wie Sammelfahrten zurückgriffen. Uber hatte bereits im November angekündigt, bewusst das Tempo des Margenwachstums zu drosseln, um durch niedrigere Preise Marktanteile zu gewinnen.
Bruttobuchungen übertreffen Erwartungen
Trotz der Gewinnwarnung gibt es auch positive Signale. Für das erste Quartal prognostiziert Uber Bruttobuchungen zwischen 52,0 und 53,5 Milliarden Dollar – über den Analystenerwartungen von 51,16 Milliarden Dollar. CEO Dara Khosrowshahi zeigte sich zuversichtlich, dass verbesserte Preisbedingungen und niedrigere Versicherungskosten in den USA das Wachstum beschleunigen werden.
Besonders das Liefergeschäft entwickelt sich dynamisch. Die Bruttobuchungen im Delivery-Segment wuchsen schneller als im Mobilitätsbereich, getrieben durch starke Nachfrage bei Convenience-Diensten. Allerdings weisen diese Services niedrigere Margen auf als das klassische Ride-Hailing-Geschäft.
Führungswechsel und strategische Neuausrichtung
Überraschend kündigte Uber einen Wechsel an der Finanzspitze an. Prashanth Mahendra-Rajah, seit November 2023 CFO, tritt zurück. Sein Nachfolger wird Balaji Krishnamurthy, ein ehemaliger Goldman-Sachs-Manager, der seit 2019 bei Uber tätig ist.
Zudem wird eine Änderung der Bilanzierung für Teile des Großbritannien-Geschäfts ab Januar die ausgewiesene Mobilitätsumsatzmarge im ersten Quartal und für 2026 um etwa 350 Basispunkte senken. Die zugrunde liegende Rentabilität bleibt davon jedoch unberührt, betonte das Unternehmen.
Autonomes Fahren im Fokus
Strategisch positioniert sich Uber zunehmend als Plattform für autonome Fahrdienste. Partnerschaften mit Waymo von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und dem Elektroautohersteller Lucid sollen Robotaxis neben menschlichen Fahrern integrieren. Diese Diversifizierung könnte langfristig neue Wachstumschancen eröffnen und die Abhängigkeit von menschlichen Fahrern reduzieren.
